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Viele Frauen in den besten Jahren erleben durch Hitzewallungen ausgesprochen unangenehme Situationen: Ein starkes Wärmegefühl breitet sich von der Brust und dem Hals im gesamten Körper aus, das Herz schlägt wie wild. Von einer Minute zur anderen schwitzen sie plötzlich aus allen Poren. Das Gesicht rötet sich, auf der Oberlippe, der Stirn und im Nacken bilden sich sichtbare Schweißperlen. Überwältigend macht sich das Bedürfnis breit, die Kleider vom Leib zu reißen. Einige Augenblicke später ist der Spuk vorbei. Was bleibt ist ein Frösteln und das unangenehme Gefühl, das feuchte, am Körper klebende Kleidungsstücke hinterlassen.

Hitzewallungen sind die Folge von hormonellen Schwankungen während der Wechseljahre. Denn die Östrogene beeinflussen unter anderem die vegetativen Gehirnzentren, welche die Körpertemperatur regeln. Nach einiger Zeit gewöhnt sich der Körper an die Änderung im Hormonhaushalt. Dann reduzieren sich die Hitzeschübe und verschwinden irgendwann ganz.

Nächtliche Schweißausbrüche stören den Schlaf

Hitzewallungen sind ein typisches Symptom der Wechseljahre. Sie treten am häufigsten zu Beginn der hormonellen Umstellung auf. Allerdings variieren Ausmaß und Dauer der Beschwerden enorm: Während manche Frauen überhaupt keine oder kaum Hitzewallungen haben, leiden andere Frauen sehr stark und mitunter jahrelang darunter. Und während sich bei Einigen lediglich ein oder zwei Hitzeattacken pro Tag bemerkbar machen, sind es bei anderen täglich 30 bis 40. In vielen Fällen dauern die Wallungen lediglich wenige Minuten, manchmal halten sie aber auch länger als eine Stunde an.

Reizbarkeit, Verstimmung und Nervosität in den Wechseljahren

Oft fühlen sich Frauen während des Klimakteriums nervös, ängstlich und traurig. Diese Symptome gehören zum Kreis der depressiven Verstimmungen, die man jedoch nicht mit Depressionen verwechseln darf. In erster Linie fällt vielen der Betroffenen auf, dass sie ungewohnt leicht reizbar und aggressiv sind, außerdem bemerken sie Leistungseinschränkungen und Konzentrationsschwächen.

Bedingt werden diese Symptome zum Teil auch durch Veränderungen im Leben: Manchmal ziehen die Kinder während dieser Zeit aus. Die eigenen Eltern und die Schwiegereltern erreichen ein Alter, indem sie eventuell Pflege benötigen oder sterben.

Während solcher Umbruchzeiten, konfrontiert mit einer ganzen Reihe neuer Aufgaben und Ängsten, setzt Frauen dann auch noch der Hormonmangel zu. Unerfreuliches und Schwieriges erscheint dann noch problematischer, wodurch sich psychische Tiefs noch maßgeblich verstärken.

Sinkendem Hormonspiegel mit Haut und Haaren ausliefert

Nicht zu vergessen ist, dass auch die Haut – wie alle anderen Zellen des menschlichen Körpers – dem natürlichen Alterungsprozess unterliegt. Die Abnahme der Östrogenlevel im Blut während des Klimakteriums hat auf sie jedoch zusätzlich deutliche Auswirkungen: Die Haut verliert dadurch an Regenerationsfähigkeit. Denn sie wird schlechter durchblutet und demzufolge auch nicht mehr optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

Ebenso nimmt der Feuchtigkeitsgehalt ab, und auch der natürliche Säureschutzmantel (Hydrolipidmantel), der tatsächlich wie ein Mantel vor Krankheitserregern schützt, verliert mit zunehmendem Alter an Abwehrkraft. Außerdem wird die Haut nicht nur faltiger, sondern auch spröder. Demzufolge können kleine Risse leichter entstehen, Verletzungen heilen nicht mehr so schnell ab. Insgesamt wird die Haut im Lauf der Wechseljahre also dünner und empfindlicher.

Zu vermehrtem Haarausfall kommt es, wenn im Verhältnis zu den Östrogenen zu viele männliche Hormone im Körper kursieren. Vor allem im Bereich des Scheitels fallen dann die Haare aus.

Blasenschwäche und Knochenschwund: Unbedingt einen Arzt konsultieren

Ein Grund, warum manche Frauen nach den Wechseljahren den Abgang von Urin nicht mehr zuverlässig kontrollieren können (der medizinische Fachausdruck dafür ist "Harninkontinenz"), ist eine Schwäche des Bindegewebes. Die Muskulatur im Becken, welche die Blase, die Gebärmutter und die Scheide fixiert, wird nämlich vom Bindegewebe unterstützt. Östrogenmangel schwächt das Bindegewebe, wodurch die Organe eher dazu tendieren, sich abzusenken. Die Harnröhre wird dann etwas stärker gekrümmt, so dass der Blasenschließmuskel sie mitunter nicht mehr dicht verschließen kann.

Zu den meist erst längere Zeit nach der Menopause auftretenden Erkrankungen zählt der Verlust an Knochenmasse (Osteoporose). Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche stark an. Typischerweise finden sich osteoporotisch bedingte Frakturen an den Wirbelkörpern, die starke Rückenschmerzen verursachen können. Im Lauf von Jahren kommt es dann zu einer gebeugten Haltung, dem so genannten "Witwenbuckel".

Zwar nimmt die Knochensubstanz bereits etwa ab dem 35. Lebensjahr leicht an Masse ab; während und nach den Wechseljahren geht die Knochendichte infolge niedriger Östrogenkonzentrationen allerdings oft besonders rasch zurück. Das Resultat ist, dass die Stabilität der Knochen abnimmt und diese leichter brechen.

Außerdem tendieren nach der Menopause die Schleimhäute zum Austrocknen. Dadurch werden sie empfindlicher und folglich auch anfälliger für Infektionen. Die Trockenheit kann die Schleimhäute in Auge und im Mund ebenso tangieren, wie jene in der Vagina. Mitunter macht sich dann ein juckendes oder brennendes Gefühl in der Scheide bemerkbar. Damit verbunden können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten.

All diese Symptome sollte man nicht einfach tatenlos hinnehmen. Auch Scham wegen des Einnässens oder wegen Problemen beim Sexualverkehr ist keinesfalls angebracht. Denn all diese Beschwerden sind recht gut behandelbar.

Außerdem lässt sich durch eine Therapie nicht nur das aktuelle Leiden lindern. Auch ernstzunehmende Spätfolgen werden durch eine effektive Behandlung verhindert oder zumindest deutlich verzögert. Sprechen Sie deshalb unbedingt mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden.

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Quellen: