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Warum sollten Frauen auf Sexualität verzichten, wo es längst nicht mehr ums Kinderkriegen geht, sondern um den reinen Spaß an der schönsten Nebensache der Welt? Der Wunsch nach Sex und die Erregungsfähigkeit bleiben bis ins hohe Alter erhalten. Denn sinkende Östrogenspiegel reduzieren das sexuelle Lustempfinden nicht.

Fakt ist: Auch ältere Frauen können ihr Liebesleben in vollen Zügen genießen. Dies zeigte das Ergebnis einer Studie der British Association of Sexual Educators (BASE). 75 Prozent der reifen Frauen waren mit ihrem Sexualleben zufrieden. Etwa eine von fünf gab an, sogar jeden Tag oder alle paar Tage Sex zu haben. Ein Fünftel bestätigte, einmal pro Woche sexuell aktiv zu sein, ein weiteres Fünftel ein- bis dreimal pro Monat. Knapp ein Drittel der Befragten sagte, sie hätten nur selten oder gar keinen Sex.

Zwar nehmen bei manchen Frauen das sexuelle Interesse und die Erregbarkeit ab. Manche bemerken keinerlei Veränderung; andere hingegen berichten gar von einer Steigerung ihrer Libido.

Die Ursachen für diese Unterschiede lassen sich zum Teil durch die physiologischen, körperlichen Veränderungen während und nach dem Klimakterium erklären. Mitunter reduzieren jedoch seelische Gründe das sexuelle Interesse.

Scheidentrockenheit und Atrophie der Schleimhaut

Schwindet die Lust auf Sex, sind häufig durch die Menopause bedingte körperliche Veränderungen dafür verantwortlich: Rund die Hälfte aller Frauen leiden in den Wechseljahren an Scheidentrockenheit. Viele haben demzufolge Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, die in der medizinischen Fachterminologie Dyspareunie heißen.

Auslöser ist Östrogenmangel, der die Schleimhaut dünner und weniger elastisch werden lässt. Die Scheide reagiert sensibler, was beim Sex während und nach den Wechseljahren ein Brennen in der Vagina oder sogar Schmerzen bereiten kann. Außerdem verändert der Östrogenmangel die Konsistenz des Scheidensekrets. Dann wird die Vaginalwand anfälliger für Infektionen durch Bakterien und Pilze, die ebenfalls Beschwerden verursachen können. Verursacht der Geschlechtsverkehr einer Frau Schmerzen, kann dies dem Paar gehörig den Spaß verderben.

Abhilfe schaffen östrogenhaltige Cremes, Tabletten oder Zäpfchen. Mit Nebenwirkungen ist bei der lokalen Hormontherapie in der Scheide nicht zu rechnen.

Wer lieber auf den Einsatz von Hormonen verzichten möchte, sollte sich ein Gleitmittel besorgen.

Wenn Wechseljahrsbeschwerden die Lust vertreiben

Viele Frauen fühlen sich in den Wechseljahren häufig müde, antriebslos und letztlich auch sexuell unattraktiv. Zudem können neurovegetative Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und Ängstlichkeit die Libido reduzieren.

Wechseljahre: Symptome

Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungstiefs: Gerät der Östrogenspiegel aus der Balance, können Wechseljahresbeschwerden ganz schön auf die Nerven gehen.

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