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Kapitel

Warzen-Infektion mit HPV

In der Regel werden die humanen Papillomaviren bei direktem Hautkontakt weitergegeben (direkte Kontaktinfektion). Also beispielsweise, wenn wir uns die Hand geben. Aber auch eine Schmierinfektion (indirekte Kontaktinfektion) ist grundsätzlich möglich. So zum Beispiel, wenn die Viren beim Barfußlaufen auf den Fliesen im Schwimmbad oder auch in der öffentlichen Dusche haften bleiben und sich von dort aus dann ihr nächstes Opfer suchen. Das macht deutlich, warum das Tragen von Badeschuhen bei der Vorbeugung von Warzen eine so wichtige Rolle spielt!

Vor allem hier ist die Ansteckungsgefahr mit den Viren groß:

  • Schwimmbäder
  • Sporthallen
  • Öffentliche Duschen
  • Hotelzimmer/ Hotel-Badezimmer
  • Badezimmer (auch zu Hause!)
     
HPV-Infektionen im GenitalbereichINFO
Eine Infektion mit HPV ist auch beim Geschlechtsverkehr möglich. Wird das Virus auf diese Art übertragen, kann dies der Auslöser für sogenannte Feigwarzen (Genitalwarzen) sein. Da eine Infektion mit bestimmten HPV-Typen (HPV 16 und 18) auch mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht wird, kann eine HPV-Impfung bei jungen Mädchen als Schutz angedacht werden. Fragen Sie dazu Ihren (Frauen-)Arzt.

Wichtig zu wissen: Alle Materialien, die in direkten Kontakt mit der Warze kommen – seien es Handtücher, Socken oder auch barfuß getragene Hausschuhe – sind potentielle Überträger der Warzen-Viren. Hier ist also besondere Achtsamkeit geboten!

Lesen Sie hier mehr über die besten Tipps zum Schutz vor Warzen.

Risikogruppen für eine HPV Infektion

Kinder und Jugendliche infizieren sich besonders häufig mit den HP-Viren. Der Grund: Das Immunsystem ist in der Lern-Phase und arbeitet noch nicht auf Hochtouren. Im Kampf gegen Krankheitserreger – und dazu zählen natürlich auch humane Papillomaviren – sind wir allerdings auf ein starkes Immunsystem angewiesen. Leistet die Abwehr ihre Arbeit nur unzureichend, haben die Viren leichtes Spiel. Das erklärt auch, warum Stress ein Risikofaktor ist, wenn es um die Ansteckung mit den warzenauslösenden Viren geht. Denn Stress schwächt das Immunsystem – ebenso wie unausgewogene, vitaminarme Ernährung, Nikotin oder Alkohol. Wer sich also auch vor Warzen schützen möchte, sollte sein Immunsystem auf Trab bringen. Übrigens: Neurodermitis-Patienten und Diabetiker haben im Allgemeinen ein erhöhtes Warzen-Risiko.

Von der Infektion zur Warze

Von der Infektion bis zur Bildung einer Warze ist es ein weiter Weg. In der Regel verdickt und verhornt sich die Haut an der Eintrittsstelle nach etwa sechs Wochen. Es können aber auch mehrere Monate vergehen, bis die unansehnlichen Wucherungen entstehen. Insofern kann der ursprüngliche Zeitpunkt der Infektion häufig kaum mehr nachvollzogen werden.

Wichtig zu wissen: Die Vermehrung der Viren schreitet in den betroffenen Hautstellen immer weiter fort. Insofern finden sich Viren immer auch auf der Oberfläche der Warze. Berührt man die Warze also, besteht die Gefahr, dass man die Viren anschließend auch auf andere Hautareale verbreitet. Stichwort Selbstansteckung!

Alterswarzen und Dellwarzen: Warzenarten ohne HPV-Infektion

Während die meisten Warzenarten durch eine HPV-Infektion ausgelöst werden, gibt es auch Sonderfälle unter den Warzen, bei denen keine humanen Papillomaviren im Spiel sind: Alterswarzen und Dellwarzen.

Bei Dellwarzen handelt es sich um Warzen mit zentraler Eindellung, die vor allem am Hals, im Gesicht, unter den Achseln, an den Armen sowie den Genitalien auftreten. Auch hier handelt es sich um infektiöse Warzen, allerdings sind hier Pockenviren (molluscum contagiosum Viren) die Übeltäter. Ebenso wie die HP-Viren werden diese Pockenviren durch eine direkte Kontaktinfektion, durch eine Schmierinfektion (indirekte Infektion über kontaminierte Gegenstände, Fliesen etc.) oder auch beim Geschlechtsverkehr übertragen.

Bei Alterswarzen wiederum sind überhaupt keine Viren im Spiel. Sie entstehen meist ab dem 50. Lebensjahr vermehrt, wobei vermutet wird, dass ein Zusammenhang zwischen UV-Strahlung und Alterswarzen besteht.

Lesen Sie mehr über die typischen Symptome bei Warzen.

Hintergrundwissen
Fuß mit Warzen

Bei Warzen (lat. Verrucae) handelt es sich um infektiöse Hautwucherungen, die zumeist durch Papillomaviren von Menschen übertragen werden.

Kinder und Warzen

Mein Kind hat Warzen!
Die besten Tipps für Eltern

Schon wieder Warzen! Bei Kindern und Jugendlichen treten die lästigen Hautwucherungen besonders häufig auf. Hier erfahren Sie, was Sie jetzt tun können.

Die besten Tipps für Eltern

Quellen: 

  • Grönemeier, D.: Grönemeiers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohl Verlag, Reinbek 2008
  • Keudel, H.: Kinderkrankheiten. Gräfe und Unzer Verlag, München 2006
  • Wenzel, P.: Hausapotheke: Wirksame Hilfe aus Naturheilkunde und Schulmedizin. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007