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Doch Vorsicht! Kratzen und Pulen sollte man an den Warzen keinesfalls. Denn auf der Oberfläche der Warze tummeln sich in der Regel jede Menge Viren. Und diese können bei direktem Kontakt schnell auf andere Körperstellen übertragen werden. Um einer derartigen Selbstansteckung also vorzubeugen, ist die direkte Berührung der Warze mit der bloßen Hand möglichst zu vermeiden.

Die Behandlungsmöglichkeiten von Warzen im Überblick

Die individuell notwendige und sinnvolle Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Warzen-Art und auch nach den jeweiligen Körperstellen, an denen die Warze bzw. die Warzen auftreten. Grundsätzlich stehen zur Behandlung von Warzen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Salicylsäurehaltige Pflaster bzw. Lösungen zur lokalen Behandlung (in Kombination mit anschließender Abtragung des aufgeweichten Gewebes durch den Arzt). Mehrmalige Wiederholung, Behandlungsdauer teils mehrere Wochen bzw. Monate
  • Vereisung der Warze mit Flüssigstickstoff. Die Warze wird bis zur Wurzel vereist und fällt ca. nach 10 Tagen von alleine ab. Durchführung durch den Arzt oder auch eigenständig (Vereisungsmittel sind heute in der Apotheke erhältlich)
  • Vitamin A-Säure Gel zur Behandlung von Flachwarzen
  • Abtragung der Warze mit einem scharfen Löffel (unter lokaler Betäubung) - typisch bei Dellwarzen
  • Chirurgische Entfernung der Warzen (unter lokaler Betäubung)
  • Laserbehandlung

Behandlung von gewöhnlichen Warzen und Fußwarzen

Wenn es um die häufigsten Warzenarten, also um gewöhnliche Warzen (häufig an Fingern) und Fußwarzen bzw. Dornwarzen (Warzen an der Fußsohle) geht, haben sich insbesondere salicylsäurehaltige Lösungen und Pflaster sowie die Kältetherapie zur Vereisung der Warze (zu Hause oder auch beim Arzt) bewährt.

Salicylsäure zur Aufweichung der verhornten Hautschicht

Die lokale Anwendung von Salicylsäure oder auch Milchsäure kann gute Ergebnisse bringen, was die Entfernung von lästigen Warzen an Fingern und Füßen angeht. Vorausgesetzt, die Behandlung wird konsequent, ausreichend lange (teils mehrere Wochen) und sorgsam durchgeführt. Schließlich wird bei dieser Form der Behandlung die Warze regelrecht weggeätzt, was ein entsprechend vorsichtiges Vorgehen unbedingt erforderlich macht.

Das Prinzip: Die Säure wird auf die betroffene Stelle aufgetragen und weicht die verhornte Oberfläche auf. Anschließend wird das aufgeweichte Gewebe meist durch einen Arzt abgetragen. Dieses Verfahren muss mehrmals wiederholt werden, um auch die tiefer liegenden Schichten der Warze zu erreichen. Da bei der Verwendung von Salicylsäure in der Regel kein virenabtötender Effekt besteht, kann es trotz erfolgreicher Warzenbehandlung erneut zu einem Auftreten der Warze kommen.

Die Behandlung mit Salicylsäure ist mittlerweile mit entsprechenden Pflastern oder Lösungen aus der Apotheke auch zu Hause möglich. Allerdings sollte man wissen, dass man es hier mit einer durchaus aggressiven Substanz zu tun hat, die möglichst nicht in Kontakt mit der gesunden Haut, mit Augen oder Schleimhaut geraten sollte. Hier ist also zu Vorsicht geraten, um keine unnötigen Verätzungen hervorzurufen.

Sollte die Warze trotz der Behandlung nicht verschwinden, kann als weitere Option ein chirurgischer Eingriff (Lokale Betäubung) angedacht werden.

Flüssiger Stickstoff zur Vereisung der Warze bis zur Wurzel (Kältetherapie)

Eine professionelle Alternative zur Behandlung mit Säure, die auch von Experten selbst angewendet wird, ist die Kältebehandlung von Warzen, auch Kryotherapie genannt. In diesem Fall wird flüssiger Stickstoff (in Form von Gas oder auch einem speziellen Applikator) verwendet, um die Warze zu vereisen. Infolge der nur wenige Sekunden dauernden Vereisung der Warze stirbt das gesamte Gewebe bis zur Wurzel hin ab, so dass die Warze nach wenigen Tagen von alleine abfällt.

Heute kann die Kryotherapie, die primär für Warzen an Händen und Füßen zum Einsatz kommt, sowohl durch den Arzt als auch mit speziellen Vereisungsmitteln aus der Apotheke schnell und bequem zu Hause durchgeführt werden. Meist reicht eine einmalige Vereisung aus, um die Warze komplett zu entfernen. Auch Kinder können heute in der Regel mittels der Vereisung die lästigen Warzen schnell wieder loswerden.

Chirurgische Entfernung und Laserbehandlung von Warzen

Die chirurgische Entfernung von Warzen und die Lasertherapie bei Warzen werden in der Regel erst dann in Betracht gezogen, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht den gewünschten Erfolg gebracht bzw. es sich um gehäuft auftretende Warzen (große Anzahl oder Beetbildung von mehreren Warzen) handelt. So entfernt der Arzt zum Beispiel Dellwarzen, die ja meist in regelrechten Kolonien auftreten, unter lokaler Betäubung mit einem speziellen, scharfen Löffel, nachdem er die Warzen geöffnet und die infektiöse, enthaltene Masse entleert hat.

Laserbehandlungen, die heute ebenfalls zur Warzenentfernung eingesetzt werden, können grundsätzlich mit Schmerzen und mit Narbenbildung verbunden sein. Sprechen Sie daher ausführlich mit Ihrem Arzt über mögliche Risiken und lassen Sie sich beraten, welche Behandlungsmethode bei Ihrer Warzen-Art empfehlenswert ist.

Sonderfall Feigwarzen (Kondylome)

Bei Feigwarzen, die vor allem im Genital- und im Afterbereich auftreten, kommt die Laserbehandlung in Kombination mit der Nachbehandlung mit Interferon (außer in der Schwangerschaft) relativ häufig zur Anwendung. Bei Feigwarzen stehen auch chirurgische Eingriffe an vorderster Stelle der Behandlungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus können Feigwarzen ebenfalls mit einer Kryotherapie bzw. mit speziellen ätzenden Cremes bzw. Tinkturen (Podophyllon) behandelt werden. Allerdings kann sich dann die Behandlung über mehrere Monate hinweg ziehen.

Wichtig ist grundsätzlich, nach erfolgreicher Therapie einen Termin zur Nachuntersuchung zu vereinbaren, da Kondylome häufig an benachbarten Hautstellen erneut auftreten. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über eine individuell angemessene Feigwarzen Therapie.

 

Hintergrundwissen
Fuß mit Warzen

Bei Warzen (lat. Verrucae) handelt es sich um infektiöse Hautwucherungen, die zumeist durch Papillomaviren von Menschen übertragen werden.

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Quellen: 

  • Grönemeier, D.: Grönemeiers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohl Verlag, Reinbek 2008
  • Keudel, H.: Kinderkrankheiten. Gräfe und Unzer Verlag, München 2006
  • Wenzel, P.: Hausapotheke: Wirksame Hilfe aus Naturheilkunde und Schulmedizin. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007