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Kapitel

Vulgäre Warzen (Stachelwarzen)

Bei gewöhnlichen Warzen, die auch als Stachelwarzen oder vulgäre Warzen bekannt sind, handelt es sich um die weitaus häufigste Warzenart. Gewöhnliche Warzen werden in den meisten Fällen durch eine HPV-Infektion bedingt. Es handelt sich um bräunliche bis hautfarbene Hautwucherungen, die zunächst nur wenige Millimeter groß sind, aber an Größe und Verhornung zunehmen, so dass sie sich zu blumenkohlartigen Gebilden mit einer Größe von bis zu zwei Zentimetern entwickeln können. Besonders häufig betroffen sind Hände und Finger, doch auch andere Haustellen wie das Gesicht können von gewöhnlichen Warzen befallen sein.

Vorsicht! Wenn man selbst an gewöhnlichen Warzen herumexperimentiert (kratzen, jucken, pulen etc.) steigt das Risiko einer sogenannten Selbstinfektion, bei der an anderen Körperstellen weitere Warzen entstehen.

Das sollten auch Kinder und Jugendliche wissen, die sehr oft von gewöhnlichen Warzen betroffen sind. Eine gezielte Warzen-Behandlung, zum Beispiel mittels Vereisung, ist also wichtig.

Fußsohlenwarzen (Dornwarzen)

Fußwarzen treten an der Fußsohle, den Zehen oder auch der Ferse auf und werden wie die meisten Warzen durch humane Papillomaviren (HPV) verursacht. Sie zeichnen sich durch eine erhabene und von Hornhaut geprägte Struktur aus, wobei die Größe variieren kann. Treten die Warzen an der Fußsohle auf, sprechen Experten auch von sogenannten Dornwarzen. Der Grund: Beim Gehen wird die Warze mehr und mehr nach innen gedrückt und wir nehmen einen Schmerz wahr, der sich so ähnlich anfühlt, als ob tatsächlich ein Dorn in der Fußsohle steckt. Typisch bei Dornwarzen sind eine lokale Verdickung und ein schwarzer Punkt im Zentrum, der auf Blutungen im Warzengewebe zurückzuführen ist. Dornwarzen entwickeln sich besonders häufig in einem feucht-warmen Milieu, wie es beispielsweise der Fall ist, wenn wir häufig wenig atmungsaktive Schuhe (Gummistiefel, Lackschuhe oder Sportschuhe) tragen. Vor allem Kinder und Jugendliche, bei denen Fuß- bzw. Dornwarzen vermehrt auftreten, sollten daher öfters atmungsaktives Schuhwerk tragen.

Ebenso wie gewöhnliche Warzen sollten Fuß- bzw. Dornwarzen frühzeitig und gründlich entfernt werden. Hier hat sich beispielsweise eine Kältebehandlung zur Vereisung bewährt, die heute auch zu Hause durchgeführt werden kann.

Dellwarzen (Mollusken)

Bei Dellwarzen – den sogenannten Mollusken – handelt es sich um eine Warzenart, die nicht durch humane Papillomaviren, sondern durch bestimmte Pockenviren (Molluscum contagioisum) ausgelöst wird. Die Übertragung erfolgt wie bei anderen Warzen-Viren auch besonders im feucht-warmen Milieu, also beispielsweise im Schwimmbad oder auch in öffentlichen Duschen. Ab dem Zeitpunkt der Infektion bis zum Zeitpunkt der Warzenbildung können dann allerdings ohne weiteres mehrere Wochen vergehen. Eine Übertragung der Viren dieser Warzen ist grundsätzlich auch bei direktem Hautkontakt bzw. beim Geschlechtsverkehr möglich. Besonders häufig betroffen von Dellwarzen sind, wie bei Fußwarzen und gewöhnlichen Warzen, Kinder und Jugendliche.

Einige typische Erkennungsmerkmale von Dellwarzen:

  • Perlenartige Knötchen (blassrosa bis rötlich) mit einer zentralen Eindellung
  • Beim Ausdrücken entweicht eine weiche, weißliche und breiige Masse, die sehr infektiös ist
  • Gehäuftes Auftreten mehrerer Warzen an einer Körperstelle (Warzen-Epidemien)
  • Besonders häufiges Auftreten im Gesicht, am Hals, am Oberkörper und den Oberarmen. Auch Achseln und Genitalien können betroffen sein
  • Juckreiz (gelegentlich)

 

Auch Dellwarzen sollten wegen der Ansteckungsgefahr unbedingt behandelt bzw. entfernt werden. Eine Vereisung ist bei Dellwarzen weniger geeignet , das Mittel der Wahl ist das Abtragen der Warze durch den Arzt mit einem kleinen scharfen Löffel (bei lokaler Betäubung).

Feigwarzen (Kondylome)

Feigwarzen werden primär durch ungeschützten Geschlechtsverkehr durch eine Infektion mit bestimmten Typen der humanen Papillomaviren (HPV 16, HPV 18) hervorgerufen. Sie treten entsprechend im Genitalbereich bzw. am After auf. Während es sich anfangs eher um Papeln in der Größe eines Stecknadelkopfes handelt, kann es im weiteren Verlauf zu einer regelrechten Anhäufung der Warzen kommen, die in ihrer Struktur an die eines Blumenkohls erinnert. Die Farbe kann weiß oder rötlich sein bzw. auch ins Schwarze gehen.

Tückisch ist, dass sich eine HPV-Infektion im Genitalbereich nicht immer auch durch entsprechende Warzen äußert. Dadurch besteht auch die Möglichkeit einer unbewussten Viren-Übertragung beim Geschlechtsverkehr auf weitere Personen. In der Regel verursachen Feigwarzen keine Schmerzen, allerdings kann es zu Juckreiz bzw. Ausfluss kommen. Auch Blutungen beim Geschlechtsverkehr können ein Hinweis auf Feigwarzen in der Vagina sein.

Bei Verdacht auf Feigwarzen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden – das gilt auch für den Partner! Der beste Schutz vor Feigwaren ist und bleibt das Benutzen eines Kondoms beim Geschlechtsverkehr.

Pinselwarzen

Pinselwarzen (Verrucae filiformes) finden sich meist an Augenlidern, Kinn, Lippen oder Hals und ähneln kleinen Hautfetzen. Die fadenförmigen Hautwucherungen erscheinen weiß bis ros und weisen eine braune Färbung an der Spitze auf. Pinselwarezn werden durch das Humane Papillomvirus (HPV) durch eine Schmierinfkeiton übertragen. Wer die Warze aufkratzt, überträgt das infektiöse Sekret aus dem Inneren der Pinselwarze auf andere Haubereiche und vermehrt die Warzen dadurch. 

Alterswarzen (seborrhoische Keratose)

Bei Alterswarzen (Verrucae seborrhoicae) handelt es sich im Gegensatz zu den anderen Warzentypen nicht um eine Virusinfektion. Die gutartigen Wucherungen treten vermehrt ab dem 40. bis 50. Lebensjahr auf und scheinen mit vermehrter UV-Strahlung in Zusammenhang zu stehen. Die genaue Ursache ist allerdings bis heute nicht abschließend geklärt.

Alterswarzen können eine unterschiedliche Oberflächenstruktur (glatt bis zerklüftet) aufweisen und sind in der Regel in Gruppen am Hals, im Gesicht, an Armen oder Beinen anzutreffen. Eine Behandlung ist aus medizinischer Sicht in der Regel nicht notwendig, allerdings können die hellbraunen bis beinahe schwarzen Alterswarzen aus kosmetischen Gesichtspunkten entfernt werden. Hier stehen verschiedene Möglichkeiten (z.B. Operation, Laser, Kältetherapie) zur Verfügung. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Hautarzt.

Lesen Sie hier mehr zur Behandlung von Warzen

Hintergrundwissen
Fuß mit Warzen

Bei Warzen (lat. Verrucae) handelt es sich um infektiöse Hautwucherungen, die zumeist durch Papillomaviren von Menschen übertragen werden.

Kinder und Warzen

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Quellen: 

  • Grönemeier, D.: Grönemeiers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohl Verlag, Reinbek 2008
  • Keudel, H.: Kinderkrankheiten. Gräfe und Unzer Verlag, München 2006
  • Wenzel, P.: Hausapotheke: Wirksame Hilfe aus Naturheilkunde und Schulmedizin. Gräfe und Unzer Verlag, München 2007