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Kapitel

Der Dickdarm ist ungefähr 1,50 Meter lang und verläuft in Form eines umgedrehten „U“ um den Dünndarm herum. Entsprechend werden ein aufsteigender, ein quer verlaufender und ein absteigender Dickdarmabschnitt unterschieden. Letzterem folgt ein „s-förmig“ gebogener Abschnitt, über den der Dickdarm in den Enddarm (Rektum) mündet. Kennzeichen eines gesunden Darms ist immer auch eine gesunde Darmflora: Sie besteht aus verschiedenen Bakterienstämmen, die insgesamt bis zu 40 Prozent des Dickdarminhalts ausmachen.

Aufgaben von Dünndarm und Dickdarm

Über den Magenpförtner gelangt der Speisebrei schubweise in den Dünndarm, der den Hauptteil der Verdauungsarbeit leistet. Die zum Teil noch recht großen Nährstoff-Moleküle werden dort durch Enzyme in so kleine Einheiten gespalten, dass sie durch die Dünndarmschleimhaut aufgenommen werden können. Voraussetzung dafür ist, dass der saure Mageninhalt neutralisiert wird. Die Neutralisation erfolgt im Eingangsbereich des Dünndarms mithilfe der Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse. Die Gallenflüssigkeit sorgt zudem dafür, dass die Nahrungsfette emulgiert, also in feine Tröpfchen verteilt werden. Das ist gewissermaßen der „Startschuss“ für eine effektive Fettverdauung im Dünndarm: erst dann können die fettspaltenden Enzyme ihre Arbeit verrichten und die „verarbeiteten“ Fettmoleküle die Dünndarmschleimhaut passieren. Wie in Speiseröhre und Magen wird auch im Dünndarm der Speisebrei durch wellenförmige Muskelkontraktionen weiter in Richtung Dickdarm befördert.

Täglich gelangen so ungefähr 500 Milliliter Speisebrei in den Dickdarm. Dort werden ihm Wasser und Elektrolyte entzogen, die dem Körper wieder zur Verfügung gestellt werden. Unverdaute Nahrungsbestandteile werden teilweise durch die Darmflora abgebaut und – wie im Falle der Ballaststoffe – für die Energieversorgung der Darmzellen genutzt. Die Bakterien der Darmflora haben jedoch noch zahlreiche weitere Funktionen, die z. B. Immunsystem, die Bindung krebsauslösender Stoffe und möglicherweise auch das Körpergewicht betreffen.

Störungen

Zu Störungen der Darmfunktion kann es beispielsweise durch Infektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) oder durch einen Reizdarm kommen. Darüber hinaus können im Darm auch Ausstülpungen (Divertikel) oder Verengungen (Stenosen) der Darmwand, sowie Darmpolypen oder Darmkrebs auftreten.

Details zu weiteren Verdauungsorganen und ihren Aufgaben lesen Sie hier:

Häufige Beschwerden

Blähungen, Völlegefühl & Co. 

Gelegentliche oder chronische Verdauungsbeschwerden wie beispielsweise Blähungen, Magendrücken oder Völlegefühl sind weit verbreitet. Lesen Sie hier alles über häufige Beschwerden, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten: