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In vielen Fällen spielt eine ererbte oder erworbene (z.B. in der Schwangerschaft) Bindegewebsschwäche eine wichtige Rolle bei der Ursache für Venenprobleme. Aber auch ein bewegungsarmer Alltag, Übergewicht oder hormonelle Einflüsse sind als Auslöser für Venenleiden zu nennen.

Die häufigsten Risikofaktoren für Venenleiden finden Sie hier.

Chronische Venenleiden besonders häufig

Zu den häufigsten Venenleiden zählen zum Beispiel Besenreiser, Krampfadern, die chronisch venöse Insuffizienz oder auch die Thrombose, also der Gefäßverschluss. Während die Thrombose eine akute Form der Venenerkrankung ist, handelt es sich bei den meisten anderen Venenleiden um chronisch fortschreitende Erkrankungen.

Venenleiden ernst nehmen

Das Problem: Viele Menschen schenken Bein-Problemen, wie geschwollenen oder schmerzenden Beinen zum Beispiel nach längerem Sitzen, keine größere Beachtung. Auch Besenreiser oder Krampfadern werden häufig primär als ästhetisches Problem abgetan. Doch hier ist deutlich mehr Sensibilität gefragt. Denn gerade Schwellungen und Schmerzen können Anzeichen einer beginnenden Venenerkrankung sein und auch zunächst oberflächliche Venenentzündungen können auf das tiefere Venensystem übergreifen und im schlimmsten Falle zu einer Thrombose (Gefäßverschluss der Venen) führen. Löst sich ein solches Blutgerinnsel aus der Beinvene und wandert bis zur Lunge, droht eine Lungenembolie – und das bedeutet akute Lebensgefahr! Wird eine chronische Veneninsuffizienz nicht rechtzeitig behandelt, droht auf lange Sicht das sogenannte Ulcus cruris, also das offene Bein mit Wunden, die bis auf die Knochen reichen.

Auch wenn diese Gefahr natürlich nicht von jeder Venenerkrankung ausgeht – man muss sich über die Bedeutung gesunder Venen im Klaren sein. Denn nur funktionstüchtige Venen übernehmen die für uns so wichtige Aufgabe des Rücktransports des sauerstoffarmen Bluts zum Herzen hin. Gerät die Arbeit der Venen ins Stocken, drohen ein Blutstau in den Venen, eine Erweiterung der Venen sowie z.B. kleine Entzündungen an der Gefäßwand, die dann dem Wasseraustritt ins umliegende Gewebe begünstigen (Bildung von Ödemen).

Frühzeitig aktiv werden für gesunde Venen

Insofern heißt es handeln, und zwar je früher desto besser. Bereits erste Anzeichen eines beginnenden Venenleidens wie Schwellungen oder Schmerzen sollten ernst genommen und gezielt behandelt werden. Besonders bewährt haben sich hier pflanzliche Venentherapeutika, aber auch die Kompressionstherapie und ein venengesunder Alltag, mit ausreichend Bewegung und dem Abbau von Übergewicht spielen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gibt es spezielle, operative Behandlungsmethoden wie beispielweise das Stripping bei Krampfadern.

Lesen Sie mehr über die Behandlungsmöglichkeiten von Venenleiden.

Die besten Tipps bei Venenproblemen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Venenleiden vorbeugen

Wer Venenleiden vorbeugen möchte, der sollte vor allem eines bedenken: Je aktiver die Beinmuskeln, desto mehr Unterstützung bekommen unsere Venen dabei, das Blut entgegen der Schwerkraft den weiten Weg bis zum Herzen zu pumpen. Insofern ist also Bewegung unverzichtbar, wenn es um gesunde Venen geht.

Das fängt beim Treppensteigen an und hört beim Walken oder Schwimmen noch längst nicht auf. Venengymnastik ist auch im Büro möglich – ganz unauffällig, unter dem Schreibtisch. Einfach die Füße ein wenig auf- und ab wippen, abwechselnd auf Fersen und Zehenspitzen, das bringt schon Schwung in das Venensystem.

Das tut den Venen gut
  • Beine hochlegen
  • Bewegung (z.B. Walken, Treppensteigen)
  • Flache Schuhe
  • Bequeme Kleidung
  • Venengymnastik
  • Wechselduschen
  • Fettarme, ausgewogene Ernährung
  • Viel Trinken (ca. 2 Liter pro Tag)

Grundsätzlich gilt die Faustformel: Liegen und Laufen sind besser für die Venen als Sitzen und Stehen. Also auch öfters mal die Beine hochlegen und gerade auf langen Flugreisen die Venen durch Aufstehen und Umhergehen ein wenig entlasten. Ideal sind auch kalte Wadengüsse. Und nicht zuletzt sollte auch auf die Reduktion von Übergewicht geachtet werden, schließlich bedeutet jedes Kilo mehr auf den Hüften auch für unsere Venen einen größeren Widerstand bei ihrer ohnehin bereits geleisteten, natürlichen Schwerstarbeit entgegen der Schwerkraft.

Das schadet den Venen
  • Langes Sitzen oder Stehen
  • Überschlagene Beine beim Sitzen
  • Wärme (Sonne, heiße Bäder)
  • Nikotin
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Enge Kleidung
  • Hohe Schuhe
Ratgeber Venengesundheit

Egal ob im Job, beim Sport oder auch auf Reisen: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, im Alltag etwas für die Venen zu tun. Wir haben für Sie die besten Tipps für die unterschiedlichsten Situationen zusammengestellt.

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Quellen:

  • Dr. med. Netzer, F.: Das Venenbuch. Wirksame Hilfe bei Besenreisern, Krampfadern, Thrombose und offenem Bein. Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag, Magdeburg 2010
  • Krumme, F.; Fischer-Börold, C.: Venenleiden. Visite – die Gesundheitsbibliothek. Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag, Magdeburg 2008
  • Höfler, H.: Das tut den Venen gut. BLV Buchverlag, München 2009