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In den meisten Fällen hat sich allerdings die Kombination aus geeigneten Venentherapeutika (also Medikamenten), Kompressionstherapie und nicht zuletzt einer venengesunden Lebensweise bewährt. Bei einer Thrombose ist die Gabe von blutverdünnenden Medikamenten wie Heparin angezeigt. Zur Entfernung von Krampfadern wiederum können Methoden wie das Veröden oder auch das Stripping zum Einsatz kommen. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Möglichkeit in Ihrem individuellen Fall geeignet ist.

Venentherapeutika: Schon bei den ersten Symptomen

Pflanzliche Venentherapeutika, haben sich in Form von Kapseln oder Tabletten bewährt, um bereits die ersten Beschwerden einer beginnenden Venenerkrankung wie geschwollene und schmerzende Beine gezielt zu lindern. Idealerweise sollten diese Präparate dauerhaft eingenommen werden, wenigstens aber kurmäßig über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten. Studien belegen mittlerweile auch, dass auch Patienten mit fortgeschrittener chronisch venöser Insuffizienz zum Beispiel von den Flavonoiden aus rotem Weinlaub profitieren können – in diesem Fall wird allerdings meist eine zusätzliche Behandlung mit Kompressionsstrümpfen empfohlen.

Damit hat die moderne Wissenschaft gezeigt, dass gerade pflanzliche Wirkstoffe bei Venenleiden positive Effekte erzielen können.

Neben den innerlich anzuwendenden pflanzlichen Präparaten können unterstützend auch Sprays oder Beincremes angewendet werden, die einen angenehm kühlenden Effekt haben. Darüber hinaus stehen äußerlich aufzutragende Salben zum Beispiel mit Heparin und Tannin zur Verfügung, die beispielsweise bei Krampfadern zum Einsatz kommen.

Kompressionstherapie als Basisbehandlung

In vielen Fällen wird die Kompressionstherapie als Basisbehandlung bei Venenleiden eingesetzt – so zum Beispiel bei Krampfadern oder auch bei einer oberflächlich auftretenden Venenentzündung. Verständlicherweise schrecken viele Patienten allein beim Wort "medizinischer Kompressionsstrumpf" zurück. Doch da es sich hier um eine sehr erfolgreiche und einfache Möglichkeit handelt, um die Arbeit der Venen und damit auch den Transport des Blutes zum Herzen hin zu unterstützen, ist es lohnenswert und manchmal schlichtweg unverzichtbar, Berührungsängste abzubauen.

Tatsächlich gibt es heute Kompressionsstrümpfe in vielen modernen Farben, die sich auch modisch sehen lassen können. Da der Kompressionsstrumpf für einen positiven Effekt, d.h. für die Druckausübung auf die Venen, unbedingt richtig getragen werden sollte, ist es empfehlenswert, sich vom Arzt oder auch dem Mitarbeiter im Sanitätshaus eine Anleitung geben zu lassen. Spezielle Anziehhilfen bieten zusätzliche Unterstützung.

Wichtig: Auch bei warmen Temperaturen sollten Sie auf Ihre Kompressionsstrümpfe nicht verzichten! Idealerweise wird der Kompressionsstrumpf schon morgens vor dem Aufstehen im Bett angezogen.

Bewegung und mehr: Was Sie selbst tun können

Aktive Mitarbeit ist bei Venenproblemen immer gefragt. Und das heißt aktiv im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Bewegung aktiviert die Wadenmuskelpumpe und unterstützt damit auch die Arbeit der Venen. Neben spezieller Venengymnastik sind es Sportarten wie Walken, Schwimmen oder auch Wandern, die besonders geeignet sind. Aber auch einige Schritte mehr im Alltag sind empfehlenswert. Egal, ob Sie nun das Rad statt die U-Bahn zur Arbeit oder auch die Treppe statt den Aufzug nehmen. Jeder Schritt zählt! Darüber hinaus sollte man bei Venenproblemen die Beine öfters hochlagern sowie häufiger kalte Wadengüsse durchführen. Auch der Abbau von Übergewicht ist ratsam.

Die besten Tipps bei Venenleiden haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Stripping, Veröden & Co.: Weitere spezielle Behandlungsmöglichkeiten bei Krampfadern und Besenreisern

Bei Krampfadern gibt es weitere spezielle Möglichkeiten der Behandlung. Bei der Verödung (bei Besenreisern und leichten Krampfadern) zum Beispiel werden die Krampfadern mittels der Injektion einer speziellen Substanz vernarbt, der Körper baut diese Vene dann im Lauf der Zeit von selbst ab. Die Behandlung wird ambulant unter Lokalanästhesie durchgeführt.

Ambulant erfolgt in den meisten Fällen auch ein operativer Eingriff, wenn es um die Entfernung von Krampfadern geht. In Frage kommen bei den meist minimalinvasiv erfolgenden Operationen zum Beispiel:

  • Stripping: Herausziehen der betroffenen Vene mit einer Sonde, die durch einen kleinen Einschnitt eingeführt wird.
  • Krossektomie: Durchtrennung der Stammvene beim Übergang in das tiefe Venensystem
  • Radiofrequenz-Ablation: Erhitzung und Verschweißung der Krampfader

Welche Behandlungsmethode im individuellen Fall in Frage kommt, sollte mit dem behandelnden Arzt geklärt werden.

Hemmung der Blutgerinnung bei einer Thrombose

Bei einer Thrombose (Blutgerinnsel in den tieferliegenden Venen) ist es das primäre Ziel, der Blutgerinnung entgegenzuwirken. Hier haben sich blutgerinnungshemmende Medikamente und Injektionen z.B. mit dem Wirkstoff Heparin bewährt. Wer bereits eine Thrombose hatte, muss in der Regel anschließend über einige Zeit hinweg weiter blutverdünnende Medikamente einnehmen, um einer erneuten Thrombosebildung vorzubeugen. Unterstützend kommt auch hier die Kompressionstherapie in der Regel zum Einsatz. Nicht zuletzt ist Bewegung ein weiterer Baustein der Behandlung von Thrombose.

Wie genau die Thrombose-Therapie aussieht, sollte eingehend mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Ratgeber Venengesundheit

Egal ob im Job, beim Sport oder auch auf Reisen: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, im Alltag etwas für die Venen zu tun. Wir haben für Sie die besten Tipps für die unterschiedlichsten Situationen zusammengestellt.

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Quellen:

  • Dr. med. Netzer, F.: Das Venenbuch. Wirksame Hilfe bei Besenreisern, Krampfadern, Thrombose und offenem Bein. Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag, Magdeburg 2010
  • Krumme, F.; Fischer-Börold, C.: Venenleiden. Visite – die Gesundheitsbibliothek. Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag, Magdeburg 2008
  • Höfler, H.: Das tut den Venen gut. BLV Buchverlag, München 2009