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Kapitel

Krampfadern

Krampfadern (Varizen) sind nicht nur im ästhetischen Sinne störend, sie sind auch ein Signal, das anzeigt, dass sich das Blut in den Venen staut und der Druck in den Gefäßen zu groß ist. Vom Aussehen her handelt es sich hier um knotige, geschlängelte und durch die Hautoberfläche bläulich schimmernde Venen, die zumeist an den Beinen auftreten. Darüber hinaus kommt es häufig zu einem unangenehmen Schweregefühl in den Beinen und das häufig schon nach kurzer Zeit im Stehen oder Sitzen. Auch Schwellungen im Knöchelbereich können mit Krampfadern einhergehen.

Tipp
Zu den Symptomen einer beginnenden Venenerkrankung zählen vor allem schmerzende und geschwollene Beine, insbesondere bei Hitze oder nach langem Sitzen. Nehmen Sie diese Symptome ernst und werden Sie frühzeitig aktiv!

Häufig liegt Krampfadern eine angeborene oder erworbene (z.B. in der Schwangerschaft) Bindegewebsschwäche zu Grunde. Infolge dessen kommt es zu einer Störung des Verschlussmechanismus der Venenklappen. Die Folge: Das Blut staut sich in den Venen und der Druck steigt an. Wird hier nicht gegengesteuert, erweitert sich die Venenwand dauerhaft und die unansehnlichen Krampfadern entstehen. Darüber hinaus kann Flüssigkeit ins umliegende Gewebe austreten, was die typischen Schwellungen (Ödeme) nach sich zieht.

Zur Behandlung von Krampfadern stehen heute unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl: Von pflanzlichen Mitteln über die Verödung bis hin zum Stripping (Herausziehen der betroffenen Venen). Mehr über die Hilfe bei Krampfadern lesen Sie hier.

Wichtig zu wissen: Häufig sind nicht ganz so auffällig aussehende "Besenreiser" ein erster Vorbote der Krampfadern. Auch wenn also "nur" Besenreiser auftreten, sollte eine gezielte und frühzeitige Behandlung erfolgen, um der Entstehung von Krampfadern entgegen zu wirken.

Oberflächliche Venenentzündung

Bei der oberflächlichen Venenentzündung handelt es sich – wie der Name schon sagt – um eine Entzündung einer oberflächlichen, also im Fettgewebe direkt unter der Haut liegenden Vene (Thrombophlebitis). Meistens handelt es sich dabei um eine bereits existierende Krampfader, die sich durch die Entzündung schmerzhaft und heiß anfühlt und gleichzeitig eine auffällige Rötung aufweist. Ist eine Krampfader entzündet, spricht der Experte von einer sogenannten Varikophlebitis.

Typisch sind generell Schmerzen – insbesondere Druckschmerz auf die betroffene Vene – sowie ein Schweregefühl in den Beinen. Die Ursachen für eine oberflächliche Venenentzündung sind vielfältig. Zum einen kann eine fehlerhafte Funktion der Venenklappen verantwortlich sein, aber auch ein Blutstau zum Beispiel nach langem Sitzen oder liegen (z.B. nach einer Operation) erhöhen das Risiko für eine Venenentzündung. Die Gefahr bei der oberflächlichen Venenentzündung besteht grundsätzlich darin, dass die Entzündung auf das tiefere Venensystem übergeht bzw. dass es zu Blutgerinnung in den tiefen Venen kommt (Thrombose). Letzten Endes kann dies in einer lebensgefährlichen Lungenembolie gipfeln. Vor diesem Hintergrund ist eine ärztliche Behandlung der oberflächlichen Venenentzündung unverzichtbar! In der Regel kommen Heparin-Salben sowie eine Kompressionstherapie bei dieser Art des Venenleidens zum Einsatz. Mehr über die Behandlungsmöglichkeiten bei Venenleiden lesen Sie hier.

Thrombose

Bei einer Thrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das vor allem in den tiefen Bein- und Beckenvenen auftritt und meist mit Störungen der Blutgerinnung, mit einem verlangsamten Blutfluss als auch mit Venenschäden im Bereich der Gefäßinnenwand zusammenhängt. Schätzungen zufolge gibt es pro Jahr rund 80.000 Thrombosen im Jahr.

Typische Symptome einer Thrombose sind schwere Beine mit einem begleitenden Spannungsgefühl. Auch Schwellungen können auftreten. Ein Hochlagern der Beine bringt kurzfristig Besserung. Häufig tritt eine Thrombose nach Phasen des langen Sitzens mit nur eingeschränktem Bewegungsradius auf – zum Beispiel nach Flugreisen (Economy Class Syndrom). Darüber hinaus gelten folgende Faktoren als mögliche Auslöser für eine Thrombose:

  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Nikotinkonsum
  • Schwangerschaft
  • Orale Kontrazeptiva (Antibaby-Pille)
  • Mangelnde Zufuhr von Flüssigkeit
  • Gefäßerkrankungen
  • Operationen
  • Erblich bedingte Blutgerinnungsstörungen

 

Die Gefahr bei der Thrombose besteht darin, dass sich das Blutgerinnsel löst und seinen Weg bis in die Lungenarterie antritt. Wenn diese verstopft wird, besteht akute Lebensgefahr (Lungenembolie)! Insofern gilt: Sollten Sie die Symptome einer Thrombose an sich bemerken, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Das Mittel der Wahl bei einer Thrombose ist dann die Injektion von Heparin, einem Wirkstoff, der die Blutgerinnung hemmt.

Chronisch venöse Insuffizienz

Bei der chronisch venöse Insuffizienz – kurz CVI – kommt es zu einer Störung der Mikrozirkulation in den Gefäßen, das heißt konkret, dass die Venen hier ihre Funktion als Transporter des sauerstoffarmen Blutes in Richtung des Herzens z.B. aufgrund einer gestörten Venenklappenarbeit oder auch einer Insuffizienz der Muskelpumpe nicht mehr richtig ausüben. Es kommt also zu einer Abflussbehinderung, die immer weiter fortschreitet. Zu den häufigsten Ursachen der CVI zählen insbesondere Thrombosen, Verletzungen oder auch Tumore. Auch Erkrankungen des kollagenen Bindegewebes können die CVI begünstigen.

Typische Symptome der CVI sind stark ausgeprägte Schwellungen, die als Folge des Austritts von Wasser in das Gewebe auftreten, aber auch deutlich hervortretende Krampfadern oder Hautveränderungen, die auf den erhöhten Druck in den oberflächlich liegenden Venen zurück zu führen sind. Diese reichen von braunen Verfärbungen bis hin zum gefürchteten Ulcus cruris, also dem "offenen Bein", bei dem sich eine nässende, schmerzhafte Wunde bildet, die bis auf den Knochen reichen kann. Umso wichtiger ist auch hier eine frühzeitige Behandlung!

Ratgeber Venengesundheit

Egal ob im Job, beim Sport oder auch auf Reisen: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, im Alltag etwas für die Venen zu tun. Wir haben für Sie die besten Tipps für die unterschiedlichsten Situationen zusammengestellt.

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Quellen:

  • Dr. med. Netzer, F.: Das Venenbuch. Wirksame Hilfe bei Besenreisern, Krampfadern, Thrombose und offenem Bein. Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag, Magdeburg 2010
  • Krumme, F.; Fischer-Börold, C.: Venenleiden. Visite – die Gesundheitsbibliothek. Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag, Magdeburg 2008
  • Höfler, H.: Das tut den Venen gut. BLV Buchverlag, München 2009