Sporthormon macht schlank
Irisin - neuer Schlankmacher entdeckt?
Was wie ein weiblicher Vorname klingt, ist die neue Hoffnung am Diäthimmel. Mit dem Hormon Irisin hat ein US-amerikanisches Forscherteam jetzt den Botenstoff entdeckt, der offenbar für die positiven gesundheitlichen Wirkungen von Sport - unter anderem für eine gesteigerte Fettverbrennung - verantwortlich ist. Die Wissenschaftler werten diese Entdeckung als vielversprechenden Ansatz für die Behandlung von starkem Übergewicht, Diabetes und anderen Erkrankungen.
Auf der Couch sitzen und dabei abnehmen – ein Wunschtraum für all jene, die einige Kilos zu viel mit sich herumtragen und zur Fraktion der Sportmuffel gehören. US-amerikanische Wissenschaftler liefern jetzt allerdings einen guten Grund mehr dafür, mit Sport gegen die die überflüssigen Pfunde vorzugehen.
Neues Hormon entdeckt
Das Forscherteam um die Zellbiologen Bruce Spiegelman und Pontus Bostroöm entdeckten ein Hormon, das offensichtlich für die wichtigsten positiven Effekte regelmäßiger körperlicher Bewegung verantwortlich ist. Dieses Hormon, das die Forscher nach der griechischen Götterbotin Iris benannten, bewirkt offensichtlich als natürlicher Botenstoff vorteilhafte Veränderungen im Fettgewebe, die positiv für Gewicht und Gesundheit sein könnten.
Irisin – Sporthormon, das schlank macht
Wenn wir uns sportlich betätigen, wird in den Muskelzellen Irisin gebildet und ins Blut abgegeben. Das Hormon wirkt offenbar auf Fettzellen, indem es deren Stoffwechsel von „Energie speichern“ auf „Energie verbrennen“ umstellt. Bei diesem Prozess wird weißes Fettgewebe in „gutes“, braunes Fettgewebe umgewandelt – das scheint ein zentraler Mechanismus für die vermutete Schlankmacherwirkung des Hormons zu sein, da braune Fettzellen deutlich mehr Kalorien verbrennen als weiße. Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass nur Neugeborene über braunes Fettgewebe verfügen. Die Zellen des braunen Fettgewebes weisen nämlich eine wichtige Besonderheit auf: Sie können Wärme produzieren, indem sie Fettsäuren verbrennen. Diesen Vorgang der Wärmeproduktion nennt man auch „zitterfreie Thermogenese“. Während bei Erwachsenen Muskelarbeit für die Wärmeproduktion erforderlich ist (deshalb zittern wir, wenn wir frieren), werden Neugeborene durch diesen speziellen Mechanismus der Wärmebildung vor Auskühlung geschützt. Offensichtlich erhöht Irisin den Energieverbrauch, indem es den Schalter auf „Energieverbrennung“ umlegt und in der Folge den Fettabbau fördert.
Hoffnung: Medikament gegen Übergewicht und Diabetes?
Bei Mäusen konnte jetzt nachgewiesen werden, dass die Verabreichung von Irisin schon nach zehn Tagen zu einer Verbesserung der Blutzuckerwerte und Insulin-Level führt und auch das Gewicht nach dieser kurzen Zeit schon etwas sinkt. An die Entdeckung dieses Hormons knüpfen die Wissenschaftler große Hoffnungen: Möglicherweise lassen sich durch die positiven Irisin-Wirkungen auch therapeutische Effekte auf verschiedene Erkrankungen wie starkes Übergewicht, Diabetes, Parkinson oder sogar Krebs erzielen. Langfristige Studien müssen jetzt klären, ob tatsächlich nachhaltige positive Effekte auf Gesundheit und Gewicht beim Menschen erzielt werden und ob bei einer Gabe von Irisin unerwünschte Nebenwirkungen ausgeschlossen werden können.
Eines ist sicher: Regelmäßige körperliche Bewegung ist ein wichtiger Baustein einer gesunden Lebensweise und sorgt dafür, dass überflüssige Pfunde purzeln: denn wer trainiert, verbrennt nicht nur Kalorien, sondern baut auch Muskelgewebe auf. Und das verbraucht bekanntermaßen viel Energie – übrigens auch dann, wenn wir gerade auf der Couch sitzen.
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Autor: Tatiana Schmid
Letzte Änderung am: 18.09.2012

