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Sodbrennen: Was im Körper passiert


In den meisten Fällen ist das Symptom Sodbrennen durch den Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre bedingt. Auch eine Überempfindlichkeit der Speiseröhre oder eine lokale Reizung durch Lebensmittel sind als Ursachen denkbar.

Warum enthält der Magensaft überhaupt Säure?
Ohne Magensäure geht es nicht! Denn Magensäure – also der Hauptbestandteil des Magensaftes -  dient der Abtötung von Bakterien und bewirkt gemeinsam mit dem enthaltenen Enzym Pepsin die Aufspaltung von Eiweißen. Dementsprechend werden pro Tag bis zu 1,5 Liter Magensäure produziert, die übrigens mit einem pH-Wert von 1,0 -1,5 der 0,5 prozentigen Salzsäure entspricht. Die Produktion der Magensäure wird vor allem bei der Nahrungsaufnahme angeregt.

Unserem Magen selbst kann die Magensäure im Normalfall nichts anhaben, schließlich bildet die Magenschleimhaut einen umfassenden Säure-Schutz.

Wenn Magensäure in die Speiseröhre fließt: Alarmstufe rot!
Anders allerdings sieht es aus, wenn sich die Magensäure ihren Weg in übermäßigem Maße – ein gewisser Reflux nach dem Essen ist durchaus normal – zurück in die Speiseröhre bahnt. Hier bekommen wir die fehlgeleitete Säure aufgrund einer Entzündungsreaktion der Speiseröhrenschleimhaut mit typischen Symptomen wie beispielsweise einem Brennen, Magendrücken oder auch dem sauren Aufstoßen zu spüren. Und auch die Speiseröhre selbst ist insbesondere bei häufigem Sodbrennen bedroht. Denn diese ist nicht ausreichend vor der Säure geschützt, Schleimhautschäden („Erosionen“) sind daher gerade bei der Refluxkrankheit* keine Seltenheit. Auf lange Sicht drohen weitere gesundheitliche Schäden, insofern gilt: Bei Sodbrennen möglichst frühzeitig aktiv werden und gezielt behandeln.

Gut zu wissen: Sodbrennen

→ Volksleiden Sodbrennen
→ Was im Körper passiert
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Ursachen für den Rückfluss von Magensäure in die Speisröhre
Doch wie kommt es eigentlich dazu, dass die Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt? Hier können unterschiedliche Mechanismen eine Rolle spielen. Als Hauptursachen gelten:

  • Geschwächter Schließmechanismus des sogenannten Sphinkters (Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen, der bei ausreichend Muskelaktivität den Rückfluss aktiv verhindert) aufgrund unterschiedlicher Ursachen (z.B. übermäßige Nahrungsaufnahme, bestimmte Lebensmittel, hormonelle Faktoren in der Schwangerschaft etc.)
  • Zwerchfellbruch (Hiatus Hernie): Ein Zwerchfellbruch entsteht an der Öffnung im Zwerchfell, an der die Speisröhre in den Magen übertritt. Konkret geht ein Zwerchfellbruch mit einer Schwächung des Muskelgewebes einher, das diese Öffnung umgibt. In Folge dessen kann sich ein Teil des Magens in den Brustraum hineinstülpen und gleichzeitig der Speiseröhren-Verschlussmuskel (Sphinkter) nach oben verschieben. Die Verschlussfunktion ist somit nicht mehr optimal gewährleistet und ein Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre wird begünstigt.
  • Erhöhte Magensäureproduktion z.B. als Folge von scharfem, fettigen Essen, Alkohol oder Nikotin. Auch Medikamente können die Magensäureproduktion anregen.
  • Erhöhter Druck auf den Bauchraum z.B. durch üppige Mahlzeiten oder Übergewicht

Ein Zuviel an Magensäure in der Speiseröhre kann nicht zuletzt auch Folge einer gestörten Selbstreinigungsfunktion der Speiseröhre sein.

Weitere mögliche Ursachen für Sodbrennen
Sodbrennen ist zwar meistens Folge eines übermäßigen Rückflusses von Magensäure in die Speiseröhre. Mitunter kann aber auch eine überempfindliche Speiseröhre (hypersensitiver Ösophagus) eine gewisse Rolle spielen. Dann sind schon sonst übliche, kleine rückfließende Mengen für den Körper ein Alarmsignal und Sodbrennen kann die unangenehme Folge sein. Auch die Reizung der Speiseröhrenschleimhaut durch bestimmte Lebensmittel (z.B. Chili, Orangensaft) ist teils für Sodbrennen verantwortlich.

Mitunter treten auch Fälle von funktionellem Sodbrennen auf, bei dem weder ein übermäßiger Magensäure-Rückfluss noch eine Reizung der Speiseröhre nachweisbar ist. Eine klare Ursache liegt also nicht vor – dennoch leiden die Patienten unter typischen Beschwerden.

Zudem können auch Schmerzen zum Beispiel im Bereich von Lunge oder Herz als vermeintliches Sodbrennen fehlinterpretiert werden.

Gerade bei häufigen Beschwerden oder auch Symptomen wie Schluckbeschwerden, Atemnot oder Erbrechen gilt es daher, einen Arzt aufzusuchen.

*typisch bei der Refluxkrankheit ist Sodbrennen, das häufiger als einmal pro Woche auftritt

→ Lesen Sie mehr über die Symptome bei Sodbrennen



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Autor: Sebastian Seydak 
Letzte Änderung am: 10.05.2012
 
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