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Die symptomatische Therapie stützt sich dabei auf verschiedene Säulen: Medikamente spielen ebenso eine Rolle wie die Umstellung der Ernährung, die gezielte Anwendung bewährter Hausmittel sowie bestimmte Entspannungsverfahren oder auch eine Änderung der Lebensweise. In Kombination ergeben diese Bausteine eine effektive Möglichkeit, die Beschwerden wirksam zu lindern. Eine Übersicht über die besten Tipps beim Reizdarmsyndrom haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Medikamente zur symptomatischen Therapie

Um die teils quälenden Symptome zu lindern, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Diese sollten individuell, je nach auftretenden Beschwerden, angewendet werden.

Bauchschmerzen und -krämpfe

Bauchschmerzen und -krämpfe sind beim Reizdarmsyndrom das vorherrschende Symptom, an denen fast jeder Betroffene leidet. Hintergrund ist eine übermäßige Anspannung der Magen-Darm-Muskulatur. In diesem Fall haben sich krampflösende Mittel (Spasmolytika) mit dem Wirkstoff Butylscopolamin bewährt (rezeptfrei in der Apotheke).

Bei Verstopfung können Abführmittel mit den Wirkstoffen Bisacodyl oder Natriumpicosulfat helfen, die Verdauung wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Bei verlangsamter Magen-Darm-Aktivität können so genannte Prokinetika den Transport des Nahrungsbreis beschleunigen.

Kommt es zu andauernden Durchfällen, wird in der Regel ein Medikament verschrieben, das die Darmperistaltik verlangsamt.

Unterstützend zur medikamentösen Behandlung der Symptome können bestimmte Hausmittel helfen, die Beschwerden zu mindern, wie z. B. ein wohltuendes Vollbad oder eine Wärmflasche.

Die richtige Ernährung bei Reizdarmsyndrom

Ein wesentlicher Teil der Therapie des Reizdarmsyndroms besteht in der Anpassung der Ernährung und auch der Essgewohnheiten. Hier gilt es natürlich zu berücksichtigen, dass nicht jeder Patient jedes Nahrungsmittel gleichermaßen verträgt. Die Ernährungsumstellung sollte also individuell zugeschnitten sein und idealerweise unter Anleitung eines Ernährungsberaters erfolgen. Als wichtiger Wegweiser kann hier ein Beschwerdetagebuch dienen, das erfasst, wie der Darm auf bestimmte Speisen reagiert.

Auch wenn also die Ernährungsumstellung von Fall zu Fall variiert, gibt es einige grundlegende Regeln, die für jeden Reizdarm-Patienten empfohlen werden.

So sollten RDS-Patienten fettige, sehr süße, stark gewürzte und blähende Lebensmittel wie beispielsweise Kohlsorten, Erbsen oder Bohnen meiden. Alkohol und Kaffee sollten nur in Maßen genossen werden.

Weitere Tipps für die Ernährung beim Reizdarmsyndrom:

  • Versuchen Sie, regelmäßige Essenszeiten einzuhalten und keine Mahlzeit auszulassen.
  • Ideal sind fünf kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.
  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen. Nicht umsonst heißt es: Gut gekaut ist halb verdaut!
  • Rohes Obst und Gemüse erfordern vom Darm Schwerstarbeit – hier ist also Vorsicht angesagt.
  • Wenn Sie verstärkt unter Durchfall leiden, sollten Sie auf Nahrungsmittel mit dem Zuckeraustauschstoff Sorbitol verzichten.
  • Kohlensäurehaltige Getränke sollten mit Vorsicht genossen werden. Sie können Blähungen auslösen

Allgemeine Tipps zur Lebensweise

Stress ist der größte Feind unseres Darms! Insofern sollten gerade Reizdarm-Patienten darauf achten, dem Stress die rote Karte zu zeigen.

Wie das funktioniert? Hier einige Anregungen:

  • Formulieren Sie jeden morgen eine To-Do-Liste. Schreiben Sie sich die Aufgaben von der Seele - so nehmen Sie sich schon einmal die Angst, etwas vergessen zu können. Und: Das Abhaken der einzelnen Punkte auf der Liste ist jedes Mal wieder eine echte Befreiung!
  • Gönnen Sie sich ein abendliches Ruhe-Ritual. Ein paar Minuten, die Sie nur für sich reservieren. Ein kurzer Abendspaziergang, ein heißes Vollbad, die Lieblings-CD auf der Couch – erlaubt ist, was gefällt!
  • Yoga ist nicht nur effektives Ganzkörpertraining, sondern auch die Möglichkeit, Stress und Anspannung zu entfliehen.
  • Autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson stellen professionelle Möglichkeiten der Entspannung dar.
  • Bewegung hilft, Stress abzubauen und loszulassen – egal ob beim Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen.

 

In einigen Fällen, gerade in stark belastenden Situationen, kann es hilfreich sein, die professionelle Hilfe eines Psychologen in Anspruch zu nehmen. Einige Patienten berichten auch über positive Erfahrungen durch Hypnose oder Akupunktur. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt.

Hilfe zur Selbsthilfe

Sich mit anderen Betroffenen austauschen, über die Probleme ohne Tabus und ganz offen zu sprechen und sich natürlich umfassend über die eigene Krankheit informieren – viele Patienten sehen dies als wichtigen Teil der Therapie.

Hier der Kontakt zu einer der ersten Anlaufstellen für Betroffene:

Deutsche Reizdarmselbsthilfe e.V.
Mörikeweg 2, 31303 Burgdorf
www.reizdarmselbsthilfe.de

Zu den Ursachen des Reizdarmsyndroms