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Darmprobleme – ein heikles Thema

Dabei ist der Besuch beim Hausarzt oder bei einem Gastroenterologen wesentlich, wenn Sie langfristig Ihre Bauchbeschwerden in den Griff bekommen wollen. Denn dieser kann anhand eingehender Gespräche und Untersuchungen andere Erkrankungen ausschließen und entsprechend sicher die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ stellen – der erste wichtige Schritt, um die passende Therapie einzuleiten.

Die Krankengeschichte als Grundlage

Das eingehende Gespräch zwischen Arzt und Patient und die dabei erfolgende Erhebung der Krankengeschichte bildet die Grundlage für die Diagnosestellung.

 

Folgende Fragen werden in der Regel gestellt:

  • Welche Symptome treten bei Ihnen auf?
  • Wann treten die Symptome überwiegend auf?
  • Wie oft treten die Symptome auf?
  • Seit wann leiden Sie bereits an den Beschwerden?
  • Liegen bereits bekannte Erkrankungen vor?
  • Wie würden Sie Ihre Lebenssituation beschreiben? (Stress, seelische Belastungen)
  • Werden Medikamente eingenommen? Wenn ja, welche?

 

Machen Sie sich also vor dem Gang zum Arzt idealerweise einige Notizen.

Hilfreich ist es, über einen gewissen Zeitraum ein Beschwerdetagebuch zu führen. Hier können Sie genau notieren, nach welchen Mahlzeiten und in welchen Situationen die Beschwerden verstärkt auftreten. Das hilft dem Arzt bei der Diagnosefindung.

Die Rom-III-Kriterien bei Reizdarm

Mediziner haben sich darauf verständigt, sich für die Diagnose funktioneller Störungen des Magen-Darm-Trakts einheitlich an den so genannten Rom-III-Kriterien zu orientieren. Diese wurden erstmals 1992 nach einer Gastroenterologen-Konferenz in Rom veröffentlicht und seitdem kontinuierlich weiterentwickelt. Entsprechend der zuletzt aktualisierten Kriterien aus dem Jahr 2006 wird dann die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt, wenn folgende Faktoren zutreffen:

  • Immer wiederkehrende Bauchschmerzen oder Überempfindlichkeit im Magen-Darm-Bereich
  • Symptombeginn mindestens 6 Monate vor der Diagnose
  • Symptome traten an mindestens drei Tagen pro Monat während der letzten drei Monate auf und gehen einher mit mindestens zwei der folgenden Symptome:
    • Besserung der Beschwerden nach dem Stuhlgang
    • Änderung der Stuhlfrequenz (Häufigkeit des Stuhlgangs)
    • Änderung der Stuhlkonsistenz und der Stuhlform

Andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden

Doch allein die Erfüllung dieser Kriterien ist in der Regel noch nicht ausreichend, um die Diagnose Reizdarm definitiv zu stellen. Zuvor müssen organische Ursachen, die für die Beschwerden verantwortlich sein könnten, ausgeschlossen werden. Denn nur so kann herausgefunden werden, ob nicht doch eine Grunderkrankung wie beispielsweise eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (z. B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) oder eine andere Erkrankung, die den Magen-Darm-Trakt betrifft, Auslöser der Beschwerden ist. Auch eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) kann reizdarmähnliche Symptome auslösen.

Gängige Untersuchungsverfahren

Zunächst erfolgt in der Regel eine körperliche Untersuchung (Abtasten und Abhören von Darmgeräuschen mit Stethoskop).

Des Weiteren werden unter anderem folgende Untersuchungsverfahren zum Ausschluss anderer Erkrankungen herangezogen:

  • Atemtest auf Laktose- oder Fruktoseintoleranz (Nahrungsmittelunverträglichkeit)
  • Laboruntersuchung (Blutbild auf Leber- und Nierenwerte, Elektrolyte, Schilddrüsenwerte)
  • Magen- oder Darmspiegelung
  • Stuhluntersuchung
  • Ultraschalluntersuchung
  • Röntgenuntersuchung (mit Kontrastmittel)
  • Computertomographie

 

Zur Therapie des Reizdarmsyndroms