Reizdarm
Ursachen
Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine rein funktionelle Erkrankung, das heißt, es liegen keine organischen Ursachen (z. B. Entzündungen, Geschwüre, Unverträglichkeiten) als Auslöser zugrunde.
Zahlreiche mögliche Ursachen in der Diskussion
Tatsächlich ist die eigentliche Ursache für das Reizdarmsyndrom heute noch nicht abschließend geklärt. Experten gehen derzeit von verschiedenen Faktoren aus, die eine ursächliche Rolle spielen können. Dazu zählen genetische Faktoren ebenso wie beispielsweise eine veränderte Darmflora nach einer Antibiotika-Therapie.
Vorangegangene Darminfektionen oder Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa) sind ebenfalls mögliche Ursachen des RDS, das in diesem Fall als postinfektiöses Reizdarmsyndrom bezeichnet wird.
Der Zusammenhang von Psyche und Darmgesundheit
Psychische Einflüsse wie zum Beispiel Stress oder seelische Konfliktsituationen (z. B. Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung vom Lebenspartner) stehen im Verdacht, Reizdarmbeschwerden zu verstärken. Tatsächlich wird häufig beobachtet, dass typische Reizdarmbeschwerden wie Durchfall oder auch Bauchkrämpfe gerade in belastenden Situationen wie zum Beispiel vor Prüfungen verstärkt auftreten. Wie genau die Wechselwirkung zwischen psychischer Belastung und Reizdarmbeschwerden im Einzelnen funktioniert, ist derzeit allerdings noch unklar.
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Das enterische Nervensystem im Fokus der Wissenschaft
Einem Forschungsansatz aus der Wissenschaft zufolge könnte das Reizdarmsyndrom auch mit einer Störung des enterischen Nervensystems zusammenhängen. Das enterische Nervensystem ist sozusagen unser Bauchhirn – ein komplexes Zusammenspiel aus über 100 Millionen Neuronen und somit die größte Ansammlung von Nervenzellen außerhalb des Gehirns. Auch wenn eine Wechselwirkung zwischen enterischem Nervensystem und unserem Gehirn nicht von der Hand zu weisen ist (so kann beispielsweise Stress unsere Verdauung beeinflussen), funktioniert das Bauchhirn primär autonom und steuert die Verdauungsvorgänge. Eine zentrale Rolle dabei spielt der Botenstoff Acetylcholin, der die Bewegung der Darmmuskulatur (Darmperistaltik) steuert.
Ist der Darm gesund, herrscht eine Balance von hemmenden und aktivierenden Steuerungsvorgängen in unserem Bauchhirn. Entsprechend der These der Wissenschaftler könnte eben diese Balance im Bauchhirn beim Reizdarmsyndrom gestört sein. Überwiegen beispielsweise hemmende Faktoren, ist Verstopfung die Folge. Ist die Aktivierungsfunktion dominant, ist Durchfall die Konsequenz.
Der sensible Darm
Eine gestörte Wechselwirkung zwischen enterischem Nervensystem und unserem Gehirn wird mit als Ursache dafür gesehen, dass der Darm in diesem Fall wesentlich sensibler reagiert als bei gesunden Menschen.
Man spricht von einer Überempfindlichkeit des Darms. Das heißt, dass das enterische Nervensystem auf eigentlich normale und alltägliche Reize anders reagiert als im Normalfall üblich. Ganz natürliche Dehnungsreize auf die Darmmuskulatur, die vom Gesunden gar nicht wahrgenommen werden, empfindet der RDS-Patient bereits als schmerzhaft. Und auch auf Reize wie Stress oder besonders fetthaltige oder ballaststoffreiche Speisen reagiert der Darm überempfindlich. Die Darmmuskulatur verspannt, es kommt zu schmerzhaften Bauchkrämpfen und Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung und Durchfall.
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Die besten Tipps bei Reizdarm
Eine gesunde Lebensführung mit ausreichend Bewegung und auch bewussten Phasen der Entspannung kann Ihnen helfen, die Beschwerden des Reizdarmsyndroms zu reduzieren.
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Autor: Sebastian Seydak
Letzte Änderung am: 06.08.2012

