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Reizdarm


Glossar


Acetylcholin
Acetylcholin ist ein so genannter Neurotransmitter, der als Botenstoff eine zentrale Rolle bei der Steuerung vieler Körpervorgänge spielt. So ist er beispielsweise an der Verdauung beteiligt, indem er die Darmbewegung steuert.

Bauchhirn

Der Begriff Bauchhirn wird in Bezug auf das enterische Nervensystem verwendet, er beschreibt das weitgehend autonom funktionierende "Gehirn" des Magen-Darm-Trakts, das die Verdauungsprozesse steuert. Mit 100 Millionen Nervenzellen handelt es sich um die größte Ansammlung von Nervenzellen außerhalb des Gehirns.

Butylscopolamin

Butylscopolamin ist ein gezielt wirkender, krampflösender Wirkstoff, der beispielsweise bei den für das Reizdarmsyndrom typischen, krampfartigen Bauchschmerzen eingesetzt wird. Arzneimittel mit Butylscopolamin sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung der Dickdarmschleimhaut. Typisch sind blutig-schleimige Durchfälle und krampfartige Schmerzen. Zur Diagnose des Reizdarmsyndroms gilt es unter anderem, diese Erkrankung vorab auszuschließen. 

Darmflora
Eine große Anzahl unterschiedlicher Bakterien und weiterer Mikroorganismen bildet die so genannte Darmflora. Ein Ungleichgewicht der Darmflora wird als mögliche Ursache des Reizdarmsyndroms gesehen.

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Darmmotilität
Der Begriff Darmmotiliät umfasst alle Bewegungsvorgänge in Dünn- und Dickdarm, die dazu nötig sind, den Speisebrei zu mischen und zu transportieren. Die Motilität des Darms wird durch das enterische Nervensystem (Bauchhirn) durch die Aussschüttung von Acetylcholin gesteuert und unter anderem durch Botenstoffe wie Serotonin beeinflusst.

Dyspepsie

Unter dem Begriff Dyspepsie werden ganz allgemein Verdauungsstörungen zusammengefasst. Typische Beschwerden sind neben Völlegefühl Appetitlosigkeit, Blähungen, Übelkeit und Durchfall.

Enterisches Nervensystem (ENS)

Das enterische Nervensystem (ENS) – auch Bauchgehirn genannt – ist ein komplexes Geflecht aus Neuronen, das nahezu den gesamten Magen-Darm-Trakt durchzieht. Das ENS hat einen starken Einfluss auf den Verdauungsprozess und reguliert unter anderem die Blutversorgung des Magen-Darm-Traktes, die Darmmotilität und die Versorgung des Darms mit Mineral- und Nährstoffen. Sowohl Durchfall als auch Verstopfung werden auf Störungen im Bereich der Steuerungsfunktion des ENS zurückgeführt.

Funktionelle Störungen

Als funktionell werden alle Störungen bezeichnet, bei denen organische Ursachen als Auslöser der Beschwerden ausgeschlossen werden konnten.

Laktoseintoleranz
Die Laktoseintoleranz ist auch als Milchzuckerunverträglichkeit bekannt. Bei den Betroffenen liegt ein Mangel am Enzym Laktase vor, das für die Spaltung des Milchzuckers erforderlich ist. Typische Symptome einer Laktoseintoleranz sind Bauchkrämpfe, Durchfall und Blähungen nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten. Der H2-Atemtest (Wasserstoffatemtest) gilt als Standard bei der Diagnosestellung und wird auch zur Abgrenzung vom Reizdarmsyndrom häufig herangezogen.

Laxantien
Bei Laxantien (Abführmittel) handelt es sich um Arzneimittel, welche die Stuhlentleerung  erleichtern. Kommt es beispielsweise beim Reizdarmsyndrom zu Verstopfung, hat sich die Gabe von Abführmitteln bewährt.

Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut und der Darmwand, die im gesamten Verdauungstrakt auftreten kann. Die Erkrankung verläuft in der Regel schubweise. Typisch sind wiederkehrende Durchfälle mit Blut- und Schleimabgang sowie krampfartige Bauchschmerzen und Fieber. Bei der Diagnose des Reizdarmsyndroms gilt es vorab Morbus Crohn als möglichen Auslöser der Beschwerden auszuschließen.

Motilitätsstörung

Unter einer Motilitätsstörung versteht man eine gestörte Beweglichkeit der Darmmuskulatur. Häufige Folgen sind Beschwerden wie Krämpfe, Blähungen, Durchfall oder auch Verstopfung.

Prokinetika
Bei Prokinetika handelt es sich um Medikamente, die für eine Erhöhung der Beweglichkeit (Peristaltik) des Magen-Darm-Traktes sorgen. Sie kommen sowohl gegen Übelkeit und Erbrechen als auch bei Darmträgheit zum Einsatz.

Reizdarmsyndrom

Beim Reizdarmsyndrom handelt es sich um eine funktionelle Störung, die sich typischerweise durch Symptome wie Bauchkrämpfe, Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung und/oder Durchfall äußert. Die Diagnose erfolgt nach Ausschluss organischer Ursachen. Das Reizdarmsyndrom gilt als eine der häufigsten Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich weltweit und betrifft Frauen doppelt so häufig wie Männer. Die Behandlung erfolgt symptomatisch mittels Medikamenten, einer Umstellung der Ernährung und der Lebensweise.

Serotonin

Serotonin ist ein Botenstoff, der im enterischen Nervensystem eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Verdauungsvorgänge spielt. Serotonin reguliert die Darmbewegung und beeinflusst auch Reaktionen wie Übelkeit und Erbrechen. Ein gestörter Serotoninstoffwechsel wird mitunter für die erhöhte Schmerzempfindlichkeit des Darms bei Reizdarmpatienten verantwortlich gemacht.

Spasmolytika

Spasmolytika sind Arzneimittel, die eine krampflösende Wirkung besitzen. Wirkstoffe wie Butylscopolamin werden unter anderem zur symptomatischen Therapie bei krampfartigen Bauchschmerzen eingesetzt, wie sie beim Reizdarmsyndrom typischerweise auftreten.

Transitzeit

Unter Transitzeit versteht man die Dauer, die der Stuhl im Darminneren benötigt, bis er ausgeschieden wird. Liegt diese Verweilzeit über 72 Stunden, sprechen Experten von einer verlangsamten Transport- bzw. Transitzeit (Verstopfung).

Viszerale Hypersensibilität

Die viszerale Hypersensibilität beschreibt die Überempfindlichkeit des Darms, wie sie bei Reizdarm-Patienten beobachtet werden kann. Sie wird mitunter auf einen gestörten Serotoninstoffwechsel zurückgeführt und hat zur Folge, dass bereits natürliche Dehnungsreize, die gesunde Menschen nicht spüren, als schmerzhaft empfunden werden.

Zöliakie

Die so genannte Zöliakie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen das Protein Gluten, das in vielen Getreidesorten vorkommt. Die Erkrankung manifestiert sich oft bereits im Kindesalter nach Einführung getreidehaltiger Kost und äußert sich durch Durchfälle, Appetitlosigkeit und mangelnde Gewichtszunahme. Bei der Diagnose des Reizdarm-Syndroms gilt es die Zöliakie als Ursache der Beschwerden vorab auszuschließen.



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Grundsätzlich gilt: Wer am Reizdarm-
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Autor: Sebastian Seydak 
Letzte Änderung am: 06.08.2012
 
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