Schnupfen
Überblick
Was im Volksmund oft als „Erkältung“ oder „Schnupfen“ bezeichnet wird, ist in den meisten Fällen eine Virusinfektion der oberen Luftwege. Daneben kann auch eine Allergie einen Schnupfen auslösen. Beim Schnupfen (medizinisch: Rhinitis) handelt es sich gewissermaßen um ein Symptom, dem eine bestimmte Erkrankung zugrunde liegt. Die Nasenschleimhaut ist dabei entzündet und geschwollen – dadurch ist sie für die Atemluft nicht oder kaum mehr durchlässig. Die Atmung ist durch die verstopfte Nase stark erschwert. In der Regel müssen die Betroffenen häufig Niesen und leiden unter einem ständigen Ausfluss von wässrigem bis zähem Nasensekret. Nicht selten kommt beim akuten Schnupfen eine gestörte Geschmackswahrnehmung hinzu.
Erwachsene erkranken durchschnittlich etwa 3-4 Mal im Jahr an einem viral bedingten Schnupfen. Kinder hingegen leiden noch häufiger unter Infektionen der oberen Atemwege. Ihr Immunsystem ist noch nicht vollständig entwickelt und muss erst Abwehrkräfte gegen die vielen verschiedenen Viren aufbauen.
Am weitesten verbreitet ist der akute Schnupfen, der vor allem in den Herbst- und Wintermonaten durch Viren verursacht wird und als harmloser Infekt schnell wieder abheilt. Schnupfen kann auch akut auftreten, wenn kurzzeitig eine erhöhte Konzentration eines bestimmten Allergens vorliegt, das einen allergischen Schnupfen auslösen kann. Dies ist zum Beispiel beim Heuschnupfen der Fall, wenn bestimmte Gräser oder Pollen Saison haben.
Wenn die Nasenschleimhaut permanent gereizt, entzündet und angeschwollen ist, spricht man von einem chronischen Schnupfen. Die Patienten atmen oft nur noch durch den Mund und näseln beim Sprechen. Ein chronischer Schnupfen, der über Monate oder sogar Jahre andauert, kann z.B. durch Polypen in der Nase oder unterschiedliche Allergie- bzw. Reizstoffe, denen man permanent ausgesetzt ist (z.B. Hausstaubmilben), verursacht werden.
Was geschieht beim Schnupfen?
Bei Infektionen der oberen Atemwege werden in den meisten Fällen Viren (oder andere Reizstoffe wie Feinstaub, Tabakrauch, Abgase, Blütenpollen, Tierhaare, Hausstaubmilben) über kleinste Tröpfchen in der Luft übertragen. Sie werden zum Beispiel beim Ausatmen, Sprechen, Niesen oder Husten weitergegeben. Außerdem können sich die Erreger (Reizstoffe) über kontaminierte Hände oder Gegenstände verbreiten.
Die Viren infizieren (bzw. andere Reizstoffe reizen) die Schleimhautzellen in den oberen Atemwegen, diese werden geschädigt und setzen eine Entzündungsreaktion in Gang, die meist ein Jucken und eine Rötung in den Nasenschleimhäuten hervorruft. Außerdem werden durch zerstörte Zellen und Immunabwehrzellen Substanzen freigesetzt, die die Durchlässigkeit der Blutgefäße für Flüssigkeit erhöhen. Das Gewebe schwillt an, die Nase verstopft und beginnt zu laufen.
Wann zum Arzt?
Ein akuter Schnupfen heilt in der Regel nach etwa 8 bis 14 Tagen vollständig aus. Man sagt auch „ der Schnupfen kommt drei Tage, er bleibt drei Tage und er geht drei Tage“. Für eine Linderung der Beschwerden stehen sowohl medikamentöse als auch alternative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Für die Behandlung eines chronischen Schnupfens sollte der Hausarzt erster Ansprechpartner sein. Denn es können viele verschiedene Ursachen zu einer Erkrankung an chronischen Schnupfen führen. In seltenen Fällen sind chirurgische Maßnahmen notwendig, um chronischen Schnupfen zu therapieren.
Nachfolgende Anzeichen eines chronischen Schnupfens können auf mögliche Grunderkrankungen hinweisen, die einer Behandlung bedürfen. Wenn Sie daher eines oder mehrere dieser Symptome an sich beobachten oder Ihr Schnupfen länger als zwei Wochen anhält, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen:
- Blutiger Schnupfen
- Schlechter Geruch aus der Nase
- Stark verkrustete Nase
- Heftige Kopfschmerzen
- Nachtschweiß und Fieber
- Gewichtsverlust
- Chronischer Husten
- Atemnot
- Fließendes Nasensekret nach einer Kopfverletzung
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Autor: Sebastian Seydak
Letzte Änderung am: 25.01.2013


