Mandelentzündung
Überblick
Bei der Mandelentzündung (Angina tonsillaris) handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung der Gaumenmandeln. Mandelentzündungen sind vor allem im Kindesalter häufig, bei Erwachsenen tritt die Krankheit dagegen vergleichsweise selten auf. Die Erreger werden durch feine Speicheltröpfchen beim Sprechen, Husten oder Niesen von Mensch zu Mensch übertragen (Tröpfcheninfektion). Vom Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) vergehen in der Regel 2 bis 5 Tage.
Besonders im Winter und Frühjahr steigt die Zahl der Erkrankungen an. Meist leiden die Betroffenen an starken Hals- und Schluckbeschwerden, sie fühlen sich abgeschlagen und matt. Kopfschmerzen und Fieber sind typische Begleitsymptome. In einzelnen Fällen kann es auch zur Behinderung der Atmung bis hin zu Atemnot kommen. Wird die Mandelentzündung jedoch rechtzeitig behandelt, ist mit einem Abklingen der Symptome bereits nach einigen Tagen zu rechnen. Erkennen kann man eine Angina tonsillaris an den geröteten und angeschwollenen Gaumenmandeln. Oftmals zeigen die Mandeln kleine weiße bis gelbliche punktförmige oder schmierige Beläge. Mitunter kommt es dadurch zu einem unangenehmen Geschmack im Mund und Mundgeruch.
Um den Ursachenhergang einer Mandelentzündung besser verstehen zu können, ist es wichtig, die Funktion der Gaumenmandeln als Teil des lympathischen Systems (ein wichtiger Teil des Abwehrsystems) zu verstehen.
Aufbau und Funktion der Gaumenmandeln:
Die Gaumenmandeln befinden sich im hinteren Abschnitt der Mundhöhle. Sie liegen eingebettet zwischen den sogenannten Gaumenbögen, die sich von der Zungenbasis zum Gaumensegel ziehen. Die Gaumenmandeln sind bindegewebsartige Ansammlungen von Lymphknötchen, die an ihrer Oberfläche ein ausgesprochen zerklüftetes Relief aufweisen. Innerhalb der Mandeln finden sich viele Körperabwehrzellen, die den Eintritt für Bakterien und Viren erschweren. Gerade im Kindesalter kommt den Gaumenmandeln vornehmlich eine Abwehrfunktion zu.
Dabei fungiert die Gaumenmandel als „Frühwarnsystem“ des menschlichen Körpers. Das heißt, sie dient als Barriere der unteren Atemwege gegenüber dem Eindringen von Bakterien, Viren und Pilzen aus der Mund- und Nasenhöhle.
Aufgrund der zerklüfteten Oberfläche sind Entzündungen insbesondere der Gaumenmandel recht häufig. Kommt es zu einer geschwächten Immunabwehr, beispielsweise bei einem grippalen Infekt, bieten die Gaumenmandeln mit ihren ausgeprägten Furchen einen idealen Nährboden für die Erreger.
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Autor: Sebastian Seydak
Letzte Änderung am: 25.01.2013

