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Darüber hinaus können z. B. Fehlhaltungen des Kopfes bei der Schreibtischarbeit oder bei sportlich einseitiger Belastung zu schmerzhaften Muskelverspannungen im Nacken führen, die in die Schulter und den Oberarm ausstrahlen und hier den Verdacht fälschlicherweise auf die Schulter lenken. Psychische Einflüsse können die Verspannung zusätzlich verstärken.

Auch degenerative Veränderungen wie Bandscheibenvorfälle oder Knochensporne an Wirbeln können die Nerven reizen oder zusammendrücken und schmerzhaft in Schulter und Arme ausstrahlen.

Treten die Schmerzen vorwiegend in der Nacht auf, wenn man die betroffene Schulter beim Drehen bewegt, so kann dies unter anderem auf verletzungsbedingte Risse in der Rotatorenmanschette der Schulter, auf Kalkablagerungen oder auch auf eine Schultersteifigkeit (Frozen shoulder) hindeuten.

Sind die Schmerzen eher bei kaltem, feuchtem Wetter präsent, kann man in der Regel von einer verschleißbedingten Ursache ausgehen.

Schulterschmerzen können unter anderem durch folgende Leiden entstehen:

  • Schulter-Arm-Syndrom: Bezeichnung für sämtliche Schulter-Arm-Schmerzen, die von der  Halswirbelsäule ausgehen. Sie entstehen mitunter durch Fehlhaltungen, degenerative Veränderungen (Osteoporose, Bandscheibenvorfall), Wirbelfrakturen, Beschleunigungs-trauma bei Unfällen oder Abszesse und Tumore der Wirbelsäule.
  • Rotatorenmanschettensyndrom (Impingementsyndrom): Das Rotatorenmanschetten-syndrom entsteht durch eine Sehnenentzündung oder -verletzung. Das Syndrom tritt gehäuft nach Erreichen des 30. bis 40. Lebensjahrs auf. Verursacht wird die Verletzung meist durch Dreh- und Hebebewegungen, alltägliche Bewegungen wie Fensterputzen oder Streichen und letztendlich auch durch den altersbedingten Verschleiß.
  • Schulterverrenkung (Luxation): Unter einer Schulterluxation versteht man die vollständige Ausrenkung des Schultergelenks. Betroffen sind vor allem Sportler, bei denen die Schulter durch kräftige Überkopfbewegungen oder Stürze auf den Arm ausrenkt. Das Risiko für eine Luxation erhöht sich, wenn das Schultergelenk bereits einmal ausgerenkt war.
  • Schleimbeutelentzündung (Bursitis): Eine Bursitis ist eine akute oder chronische Entzündung eines Schleimbeutels. Bei der chronischen Form kommen häufig Kalkablagerungen im Schleimbeutel hinzu. Auslöser der Erkrankung sind in der Regel Überbelastungen bei wiederkehrenden Bewegungen (Sport, Beruf), Verletzungen eines Schleimbeutels, Infektionen oder rheumatische Erkrankungen.
  • Schultersteife: Die ursächlichen Gründe für die Entstehung einer steifen Schulter sind weitgehend unbekannt. Beobachtungen zeigen jedoch, dass die Erkrankung häufig mit Stoffwechselstörungen (z.B. Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion) und Herz-Kreislauferkrankungen einhergeht.
  • Schultergelenksarthrose: Die Arthrose bezeichnet eine Abnutzung des Schultergelenks mit degenerativen Veränderungen des Knorpels und des Knochens. Die genauen Ursachen sind unklar. Man vermutet, dass mechanische Faktoren, biologische Alterungsprozesse und nicht zuletzt genetische Faktoren eine Rolle bei der Entstehung spielen.
  • Schultereckgelenkssprengung: Bei dieser Form der Verletzung kommt es durch eine heftige äußere Einwirkung (beispielsweise Sturz auf die Schulter) zur Sprengung von Teilen des Schultergelenks. Man kann die Verletzung am sogenannten Klaviertastenphänomen erkennen, das heißt, das Schlüsselbeinende kann vom Arzt wie eine Klaviertaste nach unten gedrückt werden und springt beim Loslassen wieder in die Ausgangsposition.

 

Darüber hinaus können weiter Ursachen wie entzündliche oder degenerative rheumatische Erkrankungen, bakterielle Entzündungen, Durchblutungsstörungen des Schultergelenks oder eine Entzündung des Armnervengeflechts der Schulter (neuralgische Schulteramyotrophie) zu schmerzhaften Erscheinungen an der Schulter führen.

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