ZUR ÜBERSICHT
Kapitel

Chronische Schmerzen entstehen nicht spontan. Sie entwickeln sich aus einem zunächst akuten, dann aber länger anhaltenden Schmerz heraus, etwa nach einer Sportverletzung oder bei Arthrose. Die anhaltenden Schmerzreize lassen die Nerven sensibler werden, damit sie die Intensität und Varianz der andauernden Beschwerden genauer verfolgen können. Und jede schmerzvolle Erfahrung prägt sich im Gehirn ein. Allein die Sorge, eine Berührung an einer bestimmten Stelle könnte wehtun, erzeugt im Kopf tatsächlich ein Schmerzgefühl. Die Erinnerung daran setzt sich so vehement im Gehirn fest, dass der Schmerz plötzlich sogar in Ruhe empfunden wird. Ein Phänomen, das auch bei Amputationspatienten bekannt ist: Sie spüren Schmerzen in dem Körperteil, der gar nicht mehr vorhanden ist, weil sich das Gehirn daran noch lebhaft erinnern kann.

Neben der Dauer spielen noch weitere Faktoren eine Rolle bei der Chronifizierung von Schmerzen. Dazu zählen psychosomatischer Stress, die Neigung zu Angststörungen oder Depressionen, Schmerzereignisse aus früheren Verletzungen, besonders in der Kindheit, Erfahrungen im Umgang mit Schmerzen als pflegender Angehöriger oder die Verdrängung von Schmerzen, bis diese nicht mehr unterdrückbar sind.

Teufelskreis Schmerz
Falsche Schonhaltung intensiviert den Schmerz ••• mehr