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Auch wenn es schmerzhaft ist, regelmäßige und gezielte Bewegung trägt dazu bei, die Durchblutung der Gelenke zu erhalten  und die Muskulatur aufzubauen. Sie gilt als Basis der Behandlung von Rückenschmerzen! Als besonders schonend und hilfreich erweisen sich Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walking. Im Zweifelsfall kann der Arzt festlegen, welche Sportarten förderlich für die Genesung bzw. welche besser zu vermeiden sind.

Schmerztherapie bei chronischen Rückenschmerzen

Die Schmerzbehandlung ist ein zentraler Baustein der Rückenschmerztherapie mit dem Ziel die Patienten von ihren anhaltenden Schmerzen zu entlasten. Voraussetzung für den Erfolg der Therapie ist die konsequente Einnahme der Medikamente nach einem festgelegten Zeitplan. Die Gabe des Schmerzmittels richtet sich in der Regel nach dem sogenannten Stufenplan der WHO (Weltgesundheitsorganisation).

Bei leichten Schmerzen (Stufe I) werden entzündungshemmende Arzneimittel (Ibuprofen, Acetylsalicylsäure) und Schmerzmittel wie beispielsweise Paracetamol verabreicht. Bei stärkeren Schmerzen (Stufe II) werden in der Regel schwache Opioide verabreicht. Handelt es sich um sehr starke Schmerzen (Stufe III), werden stark wirksame opioidhaltige Schmerzmittel notwendig. Hier haben sich die Wirkstoffe Morphin und Fentanyl bewährt. Eine gute Alternative zur oralen Einnahme in Tablettenform, sind spezielle Schmerzpflaster mit dem Wirkstoff Fentanyl. Diese sorgen mittels Abgabe des Wirkstoffs über die Haut für eine konstante Schmerzlinderung, ohne dabei den Magen-Darm-Trakt anzugreifen. Manchmal kommen bei der Schmerzbekämpfung sogenannte Antidepressiva (Mittel hauptsächlich gegen Depressionen) zum Einsatz. Durch ihren speziellen Wirkmechanismus greifen sie in die Schmerzweiterleitung des Gehirns ein und können so die Beschwerden lindern.

Spritzen und Infusionen

Eine wirkungsvolle Form der medikamentösen Schmerztherapie sind gezielte Spritzen in den Schmerzbereich. Dabei wird ein lokal wirkendes Betäubungsmittel in die Muskulatur oder an die Wirbelgelenke injiziert. Die Therapie ist sehr effektiv und hat den Vorteil, dass das Schmerzmittel genau dort wirkt, wo die Schmerzinformationen weitergeleitet werden. Eine noch bessere Wirkung wird mit sogenannten intrathekalen Arzneimittelinfusionen erzielt, bei der der Wirkstoff des Schmerzmittels direkt ans Gehirn weitergeleitet wird. Die Gabe erfolgt über eine kleine Pumpe, die meist unter die Bauchdecke implantiert wird und in regelmäßigen Abständen kleine Dosen des Arzneimittels über einen dünnen Schlauch in den Liquorraum (Rückenmarksflüssigkeit) abgibt. Diese Maßnahme eignet sich vor allem bei einer dauerhaften Schmerztherapie.

Weitere Maßnahmen: Wärme, Physiotherapie, Akupunktur

Auch Wärmewendungen werden von vielen Patienten als angenehm empfunden, da sie die Muskeln entspannen, die Durchblutung fördern und zur Schmerzlinderung beitragen. Zu den gängigen Maßnahmen gehören Wärmepflaster, feuchtheiße Wickel, Fango-Packungen, Rotlicht, Kurzwellenbehandlung und durchblutungsfördernde Salben.

Zu den weiteren Bausteinen der Therapie gehören krankengymnastische Behandlungen. Bei der Therapie (Bewegungstherapie, Physiotherapie) wird versucht, Schäden am Bewegungsapparat, die durch falsche Bewegungsmuster entstanden sind, zu korrigieren. Ähnliche Erfolge können mit Schulungsprogrammen für den Rücken erzielt werden (Rückenschule).

Ergänzend können folgende Therapie-Maßnahmen im individuellen Fall in Frage kommen:

  • Reizstrombehandlung (zur Behandlung von Muskelverspannungen)
  • Akupunktur
  • Massage
  • Psychotherapie, Verhaltenstherapie

 

Operationen sind nur in Ausnahmefällen nötig und sinnvoll. Operiert wird mitunter bei Rückenschmerzen, die durch ein akutes Ereignis (beispielsweise durch einen ernsthaften Bandscheibenvorfall) oder durch schwere Infektionen und Tumore an der Wirbelsäule entstehen.

Auf keinen Fall sollten Sie bei Rückenschmerzen viel Zeit im Liegen verbringen! Bettruhe verursacht auf Dauer mehr Schaden als Nutzen.

 

► So können Sie Rückenschmerzen vorbeugen

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