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oder Kleiderläuse (welche, wie der Name schon sagt, in der Kleidung sitzen und somit den ganzen Körper betreffen) dem Menschen zu schaffen machen. Allen gemein ist, dass es sich hier um Schmarotzer handelt — also um Parasiten, die das menschliche Blut zum Überleben benötigen. Und: Egal welche Laus-Art uns gerade heimsucht: Der Juckreiz, der durch den von den Läusen abgegebenen Speichel in unsere Haut verursacht wird, ist immer derselbe.

Die Kopflaus: Ein flinker Krabbler

Kopfläuse sind Insekten, die in der Regel zwischen zwei und dreieinhalb Millimeter groß werden. Entgegen der weitläufigen Meinung können Läuse nicht springen oder gar fliegen — sie haben keine Flügel. Allerdings können sie recht schnell krabbeln. So lässt sich auch erklären, warum der Kopflausbefall gerade bei Kindern in Kindergarten und Schule besonders häufig ist.

Hier ebnen die Kids den Läusen geradezu den Weg: Wenn Sie beispielsweise gemeinsam im Sandkasten sitzen, ein Bild malen oder über einer Rechenaufgabe brüten. Denn hier stecken die Kleinen ihre Köpfe zusammen. Der Laus gefällt's, kann sie sich doch so bequem von einem zum nächsten Kopf begeben.

Die Kopflaus als Parasit

Damit die Kopflaus überleben kann, ist sie auf menschliches Blut angewiesen. Hunde, Katzen oder andere Haustiere bieten nicht die geeigneten Lebensbedingungen — insofern können Läuse auch nicht über Haustiere übertragen werden. Hat sich die Kopflaus aber den Weg auf die menschliche Kopfhaut gebahnt, lässt sie sich hier alle zwei bis drei Stunden unser Blut schmecken. Dabei saugt sie mit ihrem Stechsaugrüssel das Blut heraus und gibt gleichzeitig Speichel in die betroffene Stelle ab. So erklärt sich auch der Juckreiz, mit dem wir bei Kopflausbefall zu kämpfen haben.
Ohne menschliches Blut überleben die Parasiten maximal ein bis zwei Tage. Demzufolge ist auch die Übertragung über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Mützen oder Kämme eher die Ausnahme als die Regel. Ausgeschlossen werden kann eine solche Übertragung aber nicht. Insbesondere wenn ein Familienmitglied bei Ihnen bereits von Kopfläusen betroffen ist, sollten Sie daher derartige Gegenstände möglichst gründlich reinigen (Waschen bei 60 Grad oder mit heißem Wasser per Hand waschen).

Der Lebenszyklus der Kopflaus

Sind wir von Kopfläusen betroffen, dann bleibt es in der Regel nicht bei den ersten "Angreifern". Denn Kopfläuse vermehren sich rasend schnell und legen direkt am Haarschaft ihre Eier (Nissen) ab. Diese Nissen sind als kleine weißlich-bräunliche Punkte zu erkennen. Bereits innerhalb von 7-8 Tagen schlüpfen aus diesen Eiern Larven, die sich dann bereits nach weiteren zehn bis zwölf Tagen zu geschlechtsreifen Kopfläusen entwickeln. Eben diese geschlechtsreifen Läuse legen erneut Nissen ab — eine neue Läusegeneration entsteht, und das alle drei Wochen.

Moderne Behandlung von Kopfläusen: Gegen Läuse, Larven und Nissen

Bei einem Kopflausbefall muss eben dieser schnelle Vermehrungszyklus der Kopflaus möglichst unterbrochen werden. Die moderne Behandlung von Kopfläusen zielt daher nicht nur auf die Vernichtung der "erwachsenen" (adulten) Kopfläuse, sondern auf alle Entwicklungsstadien der Laus. Nur wenn auch die Larven und Nissen gezielt bekämpft werden, kann der Kopflausbefall nachhaltig, effektiv und schnell in den Griff bekommen werden.

zu den Symptomen des Kopflausbefalls

Quellen:

  • Urban, T.: Volksplage: Läuse. FastBoock Publishing, Beau Bassin 2010
  • Keudel, H.: Kinderkrankheiten. Gräfe und Unzer Verlag, München 2006
  • Kellner, S.: Die Kopflaus. Verbreitung und Behandlung, Grin Verlag, München 2006
  • Sarkady, C.: Das große Buch der Kinderkrankheiten: Erkennen, behandeln und vorbeugen. Compact Verlag, München 2010