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Physikalisch wirkende Kopflausmittel führen also zum Ersticken von Läusen, Larven und Eiern. Grundsätzlich sollte die Behandlung, wenn möglich, direkt an dem Tag begonnen werden, an dem der Lausbefall festgestellt wurde.

Neurotoxisch wirkende Läusemittel

Neurotoxisch wirkende Läusemittel enthalten in Deutschland in der Regel Wirkstoffe wie Allethrin, Permethrin und Pyrethrum. Das neurotoxische Wirkprinzip ist bei all diesen Mitteln ähnlich: Sie greifen das Nervensystem der Läuse an und töten sie auf diese Weise ab. Auch wenn diese Mittel durchaus wirksam sein können: Experten berichten in Zusammenhang mit derartigen Produkten auf Basis neurotoxischer Wirkstoffe über mögliche Nebenwirkungen. Insofern sollten Insektizide dieser Art gerade bei Kleinkindern immer gemäß der Packungsbeilage genutzt werden. Fragen Sie im Zweifelsfall auch Ihren Arzt oder Apotheker.

Darüber hinaus mehren sich die Hinweise, dass Kopfläuse insbesondere gegenüber Pyrethrum-Extrakten und Pyrethroiden Resistenzen entwickeln – eine Genmutation scheint sie gegenüber diesen Wirkstoffen unempfindlich zu machen. Bezüglich dieser Resistenzentwicklung gegenüber herkömmlichen neurotoxisch wirkenden Läusemitteln liegen bereits konkrete Studiendaten unter anderem aus den USA und Dänemark vor.

Physikalisch wirkende Läusemittel

Eine derartige Resistenzentwicklung ist bei physikalisch wirkenden Läusemitteln auf Dimeticon-Basis laut Experten äußerst unwahrscheinlich. Bei Dimeticonen handelt es sich um Silikonöle, die die Atemöffnungen der Läuse verschließen und auf diese Weise das Ersticken der Läuse bewirken. Auch Larven und Nissen (Eier) werden auf diese Weise abgetötet. Dimeticone besitzen mit diesem Wirkprinzip eine sehr gute Verträglichkeit. Entsprechend ist die Anwendung in der Regel für Kinder ab zwei Jahren geeignet.

Worauf es grundsätzlich bei der Behandlung von Kopfläusen ankommt

Bekämpfung von Läusen, Larven und Nissen

Grundsätzlich gilt: Bei der Behandlung von Kopfläusen sollten nicht nur die Läuse selbst, sondern auch die Larven und die Nissen abgetötet werden. Ohne Zweitbehandlung wäre die eingeleitete Therapie daher nach etwa 8 Tagen hinfällig – denn so lange dauert es, bis aus den abgelegten Eiern erneut Larven schlüpfen. Um diesen Kreislauf zu unterbrechen, ist es wichtig, bei der Wahl des Kopflausmittels darauf zu achten, dass die Laus in all ihren Entwicklungsstadien abgetötet wird.

Einwirkzeit beachten

Wichtig ist, dass die Einwirkzeit des Kopflausmittels (siehe Packungsbeilage) beachtet wird. Hier liegt ein häufiger Fehler bei der Behandlung von Kopfläusen. Achten Sie auch auf die Dosierungsempfehlung.

Begleitende Anwendung eines Nissenkamms

Um einer Vermehrung der Parasiten effektiv entgegen zu wirken, sollte das Kopflausmittel möglichst Nissen, Larven und Läuse gleichermaßen abtöten. Idealerweise kämmt man diese entsprechend abgetöteten Nissen, Larven und Läuse direkt mit einem speziellen Nissenkamm mit eng stehenden Zinken aus. Einen Nissenkamm erhalten Sie in der Apotheke.

Anwendung wiederholen

Für einen 100%igen Behandlungserfolg sollte ein Kopflausmittel immer nach acht bis zehn Tagen erneut angewendet werden. So können auch alle möglicherweise zwischenzeitlich geschlüpften Läuse bekämpft werden. Experten zufolge ist die nur einmalige Anwendung eines Kopflausmittels einer der häufigsten Fehler bei der Kopflausbehandlung.

Wann zum Arzt bei Kopfläusen?

In der Regel sorgen freiverkäufliche Kopflausmittel bei richtiger Anwendung dafür, dass Kopfläuse schnell Geschichte sind. Allerdings gibt es Symptome, bei denen ein Arztbesuch ratsam ist. Insbesondere bei Verdacht auf eine sogenannte bakterielle Superinfektion (also wenn sich Bakterien zu den Läusen dazugesellt haben), sollte ein Arzt konsultiert werden. Zu den Symptomen einer derartigen bakteriellen Superinfektion zählen:

  • Geschwollene Lymphknoten
  • Ekzembildung mit Eiter; nässendes Ekzem
  • Verklebte Haare

 

Eventuell ist die Behandlung mit einem Antibiotikum angezeigt.

Lesen Sie auch, wie Sie Kopfläusen vorbeugen können.

Quellen:

  • Urban, T.: Volksplage: Läuse. FastBoock Publishing, Beau Bassin 2010
  • Keudel, H.: Kinderkrankheiten. Gräfe und Unzer Verlag, München 2006
  • Kellner, S.: Die Kopflaus. Verbreitung und Behandlung, Grin Verlag, München 2006
  • Sarkady, C.: Das große Buch der Kinderkrankheiten: Erkennen, behandeln und vorbeugen. Compact Verlag, München 2010