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Kapitel

Pollen als direkte Auslöser der Symptome

Zu den allergieauslösenden Pollen zählen:

  • Bäume, insbesondere Laubbäume (z.B. Birke, Erle, Hasel, Eichel)
  • Gräser & Getreide (z.B. Weizen, Roggen, Honiggras, Rispengras, Lieschgras)
  • Kräuter (z.B. Beifuß, Raps, Schafgarbe, Ambrosia)

 

Erfahren Sie mehr über die typischen Allergieauslöser bei Heuschnupfen.

Doch warum reagiert das Immunsystem auf die harmlosen Pollen, die an sich ja keine Gefahr für unsere Gesundheit darstellen, so empfindlich? Wo liegen die Ursachen für die Allergie an sich?

Mögliche Faktoren für die Entstehung einer Allergie

Die Diskussion um die Ursachen für Allergien – wie etwa Heuschnupfen – läuft auf Hochtouren und ist keinesfalls zu einem abschließenden Ergebnis gekommen. Es scheint ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren zu sein, das das häufige Auftreten von Allergien in Deutschland erklären könnte. Genetische Grundlagen, Umweltschadstoffen, Hygienestandards und auch seelische Einflüsse - vieles wird wissenschaftlich diskutiert.

Die Hygienehypothese

Der Hygienehypothese zufolge haben die Hygienebedingungen in Kindheitstagen einen entscheidenden Einfluss darauf, ob wir eine Allergie entwickeln oder nicht. Allerdings sind es eben nicht übertriebene Hygienemaßnahmen wie Desinfektionsmittel und antibakterielle Seifenlösungen, die unsere Kinder vor Allergien schützen. Ganz im Gegenteil. Durch übertriebene Hygiene – so die Hygienehypothese - wird das Immunsystem nicht ausreichend im Umgang mit potentiellen echten Krankheitserregern und Keimen trainiert und es stuft dann an sich harmlose Stoffe – wie beim Heuschnupfen die Pollen – als Feinde, die bekämpft werden müssen, ein. So ergaben Untersuchungen, dass Kinder die auf dem Bauernhof in Kontakt mit Tieren und der freien Natur aufwuchsen, weitaus weniger häufig an Allergien erkranken, als Kinder, die in einer modernen Großstadtfamilie groß werden. Für diese Theorie spricht auch, dass Menschen in den vergangenen Jahrhunderten, als die Küche noch direkt neben dem Stall lag und man sich den Bürgersteig in der Stadt mit den Ratten teilen musste, Allergien so gut wie gar nicht kannten. Eventuell stimmt es also tatsächlich, dass ein gesundes Maß an Dreck in der Umwelt schützen kann?
Die Anzeichen dafür mehren sich. So empfehlen Experten, dass Kinder sich durchaus häufiger in der Natur und "im Dreck" aufhalten und dort spielen sollen, um dem Immunsystem das richtige Training zu verpassen.

Schadstoffe aus der Umwelt

Wir sind heute zahlreichen Schadstoffen ausgesetzt. Bei der Pollenallergie spielen besonders die Emissionen aus Verkehr und Industrie eine Rolle.
Interessant ist, dass die Pollenallergie häufiger Menschen trifft, die an befahrenen Straßen wohnen als diejenigen, die auf dem Land zu Hause sind. Experten zufolge verändern sich die Pollen in ihrer Aggressivität, sobald sie mit den Schadstoffpartikeln aus Industrie und Verkehr verbunden sind. Darüber hinaus ist bekannt, dass eine hohe Konzentration an Kohlendioxid auf die Pollenproduktion der Pflanzen anregend wirkt.
Doch auch Chemikalien und Schadstoffe in unserer Kleidung, in Möbelpolituren oder auch in Putzmitteln können unserer Gesundheit schaden und das allgemeine Allergie-Risiko steigern.

Seelische Einflüsse

Dass Körper und Seele eng zusammen hängen, wird auch bei Allergien sehr deutlich. So wird immer wieder beobachtet, dass Stress die allergische Reaktion bei einer bereits vorhandenen Allergie verstärken kann. Ob Stress allerdings als Ursache einer Allergie angesehen werden kann, ist weiterhin fraglich. Fest steht: Die Psyche spielt bei einer Allergie eine wichtige Rolle. Sehen sich Pollenallergiker beispielsweise Bilder von einer Blumenwiese an, kann bereits dieser visuelle Reiz ausreichen, um Heuschnupfen Symptome hervorzurufen.

Die unüberlegte Gabe von Antibiotika

Antibiotika werden heute gerne schnell und teilweise unüberlegt eingesetzt, wenn es darum geht, lästige Beschwerden baldmöglichst aus dem Weg zu räumen. Und das schon bei Kleinkindern! Hier ist allerdings im Hinblick auf das Allergierisiko Vorsicht geboten. Untersuchungen zufolge haben Kinder, die in den ersten sechs Monaten mit Antibiotika behandelt werden, ein erhöhtes Risiko für Asthma und Allergien. Insofern sollte also bei der Gabe von Antibiotika mit Bedacht gehandelt werden. Gerade wenn es sich um eine reine Virusinfektion handelt (z.B. bei einer Erkältung) sind Antibiotika schlichtweg wirkungslos (sie wirken nur gegen Bakterien) und sollten daher nicht rein prophylaktisch verabreicht werden.

Lesen Sie mehr über die typischen Heuschnupfen-Symptome.

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Quellen: 

  • Prof. Dr. med. Degitz, K./ Dr. med. Dietlinde Burkhardt: Allergien. Alles was man wissen muss. Südwest Verlag, München 2006
  • Dr. Glück, W.: Allergien heilen mit Homöopathie.  Kneipp Verlag, Wien 2010
  • Dr. med. Flade, S.: Allergien natürlich behandeln. Gräfe und Unzer, München 2001
  • Landschek, I.: Allergien im Griff. Stiftung Warentest, Berlin 2010
  • Füller, I.: Allergien. Diagnose, Vorbeugung, Behandlung. Berlin 2007