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Allergietagebuch als wichtige Information für den Arzt

Je genauer der Arzt über Ihre Beschwerden Bescheid weiß, desto besser. Insofern dient es ihm als wichtige Hilfestellung, wenn Sie zum Arztbesuch ein ausgefülltes Allergietagebuch mitbringen. Hier können Sie u.a. folgende Informationen Tag für Tag festhalten:

  • Art der Symptome
  • Intensität der Symptome
  • Wettersituation
  • Pollenflug

 

Wichtig ist, dass man das Allergietagebuch regelmäßig und über einige Wochen hinweg ausfüllt.

Das Allergietagebuch kann auch während einer bereits durchgeführten Heuschnupfen Behandlung als wichtiges Hilfsmittel genutzt werden, um Erfolg oder auch Misserfolg der gewählten Heuschnupfen Therapie zu dokumentieren und gegebenenfalls die gewählten Medikamente an das Ergebnis anzupassen.

Das Allergietagebuch zum kostenlosen Download finden Sie auch auf dem umfassenden Heuschnupfen-Informationsportal www.heuschnupfen.org.

Das Anamnese Gespräch

Das Anamnese Gespräch, also die Erhebung der Krankengeschichte, bildet neben dem Allergietagebuch einen wichtigen Grundpfeiler für die Diagnosestellung bei einer Allergie wie Heuschnupfen.

Auf diese Fragen sollten Sie vorbereitet sein, um den Arzt möglichst umfassend zu informieren:

  • Wie sehen Ihre Beschwerden aus?
  • Wann leiden Sie besonders unter den Symptomen (Saisonal? Welche Monate? Ganzjährig? Kein fester Rhythmus?
  • Treten die Symptome besonders auf, wenn Sie sich im Freien aufhalten? Gibt es auch Situationen, in denen die Beschwerden nicht auftreten (z.B. im Skiurlaub?)
  • Sehen Sie einen Zusammenhang mit warmen und windigem Wetter bzw. Regen und der Intensität Ihrer Symptome?
  • Wie lange haben Sie die Beschwerden bereits?
  • Gibt es in Ihrer Familie Allergiker?
  • Konnte die Einnahme von Heuschnupfenmitteln die Symptome lindern?
  • Was haben Sie sonst unternommen und mit welchem Erfolg?

Der Pricktest: Mittel der Wahl bei der Heuschnupfen Diagnose

Wenn es um die Diagnose von Heuschnupfen geht, hat sich als Allergietest insbesondere der Pricktest bewährt. Es handelt sich hier um einen Hauttest, bei dem unterschiedliche Allergen-Lösungen (von Hausstaubmilben bis hin zu unterschiedlichen Pollen) auf vorgezeichnete Stellen auf beiden Unterarmen gegeben werden. Anschließend wird die Haut leicht eingeritzt (engl. "prick" = "pieken", "einstechen"), so dass die Allergen-Lösung in die Haut vordringen kann. Anschließend muss man maximal 20 Minuten warten und das Testergebnis kann anhand der sich gebildeten Quaddeln und Rötungen abgelesen werden.

Weitere Allergietests bei Heuschnupfen

Der Pricktest gilt unter den Allergietests bei Heuschnupfen noch immer als Mittel der Wahl. Nur wenn hier keine eindeutigen Ergebnisse erzielt werden, wird eventuell noch ein weiterer Test wie der Intrakutantest durchgeführt. Hier wird die Allergenlösung in die Haut injiziert, die allergische Reaktion zeigt sich beim Intrakutantest meist eindeutiger. Allerdings wird dieser Test häufig als unangenehm empfunden und auch die allergische Reaktion kann deutlicher ausfallen als beim Pricktest. Insofern wird dieser Allergietest seltener als Mittel der Diagnosestellung "Heuschnupfen" durchgeführt als der Pricktest.

Eine Blutuntersuchung (Messung der IgE-Antikörper im Blut) kann zur zusätzlichen Absicherung der Diagnose Heuschnupfen durchgeführt werden. Auch bei Kindern wird die Blutuntersuchung häufig gegenüber dem Hauttest bevorzugt. Allerdings: Ein erhöhter IgE-Wert ist zwar ein Indiz für eine Sensibilität für ein Allergen, ob allerdings wirklich eine allergische Reaktion eintritt, ist damit noch nicht gesagt. Wurde im Blut ein erhöhter IgE-Wert festgestellt, gilt es besonders auf eventuelle Reaktionen des Körpers zu achten.

Der sogenannte Provokationstest wird in der Regel dann durchgeführt, wenn sowohl der Bluttest als auch der Hauttest keine eindeutigen Ergebnisse gebracht haben und es einer weiteren Absicherung bedarf. Beim Provokationstest wird eine Allergenlösung direkt dort aufgebracht, wo sie bei Heuschnupfen auch Symptome auslösen würde – also insbesondere zum Beispiel in die Nase (nasaler Provokationstest) oder auch in die Augen (konjunktivaler Provokationstest). Auch eine Inhalation des Allergens (eher bei Verdacht auf allergisches Asthma) ist möglich. Derartige Provokationstests erfordern eine engmaschige Überwachung durch den Arzt und sollten wenn möglich in einer Klinik oder Facharztpraxis erfolgen. Denn durch diesen direkten Kontakt mit dem Allergen kann es zu ausgeprägten allergischen Reaktionen kommen, die mitunter das Eingreifen des Arztes erfordern.

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Quellen: 

  • Prof. Dr. med. Degitz, K./ Dr. med. Dietlinde Burkhardt: Allergien. Alles was man wissen muss. Südwest Verlag, München 2006
  • Dr. Glück, W.: Allergien heilen mit Homöopathie.  Kneipp Verlag, Wien 2010
  • Dr. med. Flade, S.: Allergien natürlich behandeln. Gräfe und Unzer, München 2001
  • Landschek, I.: Allergien im Griff. Stiftung Warentest, Berlin 2010
  • Füller, I.: Allergien. Diagnose, Vorbeugung, Behandlung. Berlin 2007