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Pneumothorax

Der Pneumothorax ist Folge einer Verletzung des die Lunge überziehenden Rippenfells (Pleura visceralis). Es befindet sich dann Luft im Pleuraspalt zwischen der Lunge und inneren Brustwand. Aufgrund des bestehenden Unterdrucksystems tritt ein Lungenkollaps ein. Die Lunge fällt in sich zusammen, ähnlich wie ein defekter Luftballon.

Ursachen eines Pneumothorax:

  • Bei etwa jeder 30. bis 40. Bronchoskopie tritt ein Pneumothorax auf.

  • Bei einer Lungenüberblähung (Emphysem) kann das Lungenfell einreißen (Spontanpneumothorax).

  • Bei Brustkorbprellungen oder Rippenbrüchen kann das Lungenfell einreißen oder durchspießt werden.

In den meisten Fällen wird vorübergehend eine so genannte Thoraxdrainage angelegt, die einen Unterdruck erzeugt. Damit wird die Lunge erneut zur Entfaltung gebracht und der Patient kann wieder atmen.

Passiert so etwas während einer Bronchoskopie, dann kann nach Anlage der Drainage die Bronchoskopie fortgesetzt werden.

Manchmal ist es angezeigt, einen Pneumothorax künstlich anzulegen.


Künstlicher Pneumothorax

Bei einem Pneumothorax befindet sich Luft oder Gas im Brustraum, der normalerweise nur aus einem sehr schmaler Spalt zwischen Lunge und Brustwand besteht und in dem Unterdruck herrscht. Kommt es zu Verletzungen der Brustwand oder reißt das Lungenfell ein, dann fällt die Lunge wegen ihrer Elastizität und dem fehlenden Unterdruck in sich zusammen.

Künstlicher Pneumothorax als Therapie
Ein künstlicher Pneumothorax wurde durch einen Stich in das Brustfell als Therapie angewendet, als die Tuberkulose noch eine Volkskrankheit war und es noch keine Antibiotika gab. Es bestand die Vorstellung, dass bei zusammengefallener Lunge der Krankheitsverlauf zum Stillstand kommt und eine Heilung eintritt.

Künstlicher Pneumothorax für bessere Sicht
Wenn Röntgenbilder, Computertomographien oder Kernspin-Bilder Veränderungen in der Lunge oder Brusthöhle zeigen, müssen zur weiteren Abklärung Gewebeproben entnommen werden. Bei einigen anderen Erkrankungen kann auf diese Weise die entsprechende Therapie durchführt werden.
Weil die Lunge den Brustraum vollständig ausfüllt, wird durch den künstlichen Pneumothorax Platz geschaffen, um bei einer Thorakoskopie die Lungenoberfläche oder die Innenwand des Brustkorbs besser einsehen zu können. Häufigster Grund ist insbesondere der Ausschluss oder Nachweis eines Bronchialkarzinoms.

Anschließend wird ein Kunststoffschlauch in den Brustraum gelegt, über den mit einer Saugvorrichtung die "falsche" Luft wieder entfernt wird und die Lunge sich entfalten kann.


Autor: Qualimedic.de 
Letzte Änderung am: 29.12.2007