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Hausmittel können alltägliche Beschwerden lindern

Hausmittel können alltägliche Beschwerden lindern
(Foto: Photodisc)

Hausmittel sind einfache, altbekannte Rezepte oder Maßnahmen, mit denen die Selbstheilungskräfte des eigenen Körpers im Krankheitsfall angeregt und unterstützt werden können. Die ärztliche Behandlung kann durch die Selbstmedikation mit Hausmitteln sinnvoll ergänzt und akute Beschwerden können gelindert werden.

Hausmittel helfen jedoch nur gegen alltägliche Beschwerden oder Erkrankungen. Keinesfalls wird durch den Einsatz von Hausmitteln der Arztbesuch überflüssig, wenn es sich um chronische oder schwerwiegende Erkrankungen handelt. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt gefragt werden, welche Hausmittel gegen welchen Beschwerden bei Kindern oder Erwachsenen angewendet werden können oder wann es sinnvoller ist, auf die Schulmedizin zu vertrauen.


Hausmittel – die Behandlungsverfahren

Zu den bekannten Behandlungsverfahren, die in Selbstmedikation angewendet werden können, zählen:

  • Phytotherapie: Die "Kräutertherapie" ist Grundlage vieler Hausmittel. Das Wissen um die Wirkungsweisen bestimmter Pflanzeninhaltsstoffe wie ätherische Öle, Bitterstoffe oder Schleimstoffe ist Basis für spezielle Tees, Bäder oder Wickel.
  • Thermo- und Hydrotherapie: Wärme- und Kältereize mit oder ohne Wasser, beispielsweise als Wickel, Massagen oder Einreibungen aktivieren die Selbstheilungskräfte.
  • Einreibungen und Massagen: Gleichmäßige Bewegungen an der Körperoberfläche fördern Entspannung, Durchblutung oder auch den Lymphfluss.

Der Einsatz von Hausmitteln setzt voraus, dass die Symptome und Beschwerden am eigenen Körper genau eingeschätzt werden können. Denn die unbedachte und wahllose Einnahme oder Anwendung von Hausmitteln kann keine Wirkung erzielen. Wenn Hausmittel richtig eingesetzt werden, wirken sie sanft und sind meist frei von Nebenwirkungen.


Hausmittel gegen Blähungen

Blähungen werden durch eingeschlossene Luft im Darm verursacht. Verantwortlich dafür sind Brot, Bohnen, Hülsenfrüchte und andere schwer verdauliche Speisen. Auch durch eine Vorerkrankung, wie beispielsweise eine Magenschleimhautentzündung, kann die Verdauungsfunktion des Darms eingeschränkt sein.

Melissentee regt den Stoffwechsel und die Verdauung an. Es werden ein bis drei Esslöffel Melissenblätter mit heißem Wasser übergossen. Der Tee muss zehn bis 15 Minuten ziehen und lässt sich auch zur Hälfte mit Kamillenblüten kombinieren.

Mit Kümmelschnaps kann ein Mittel gegen Blähungen auf Vorrat angelegt werden. Hierzu werden 50 Gramm zerstoßener Kümmel mit 750 Milliliter Alkohol (35 Prozent oder mehr) vermischt. Der Kümmel muss zehn Tage ziehen bevor er abgesiebt wird. Der Schnaps kann lange Zeit aufbewahrt und bei Bedarf getrunken werden. Für Kinder ist der Kümmelschnaps ungeeignet.


Durchfall - was kann man selber tun?

Durchfall kann eine Abwehrreaktion darstellen, bei der belastende Stoffe rasch aus dem Körper geschwemmt werden sollen. Betroffenen sollten unbedingt darauf achten, mit Mineralwasser oder Früchtetee den Wasserverlust schnell wieder auszugleichen. Eine Wärmflasche auf dem Bauch kann den Darm wieder beruhigen. Daneben hilft zweimal täglich eine Tasse Blutwurztee. Bei der Zubereitung wird ein Teelöffel Blutwurz mit kochendem Wasser übergossen. Der Tee muss nur wenige Minuten ziehen.


Hausmittel lindern Beschwerden bei einer Erkältung

Eine Erkältung dauert in der Regel etwa sieben Tage. Mit Hausmitteln können Beschwerden lediglich gelindert werden. Die Erkrankung geht dadurch aber nicht schneller vorüber.

Ein Tee aus Lindenblüten regt die Schweißbildung an und unterstützt den Körper dabei, den Schleim auszuwerfen. Hierzu werden ein bis zwei Esslöffel Lindenblüten mit 250 Millilitern kochendem Wasser übergossen. Der Tee muss zehn Minuten ziehen. Bei einer Erkältung sollten Betroffene generell viel trinken. Neben Tees sind auch Wasser oder Saftschorle geeignet.

Geschwollenen Nasenschleimhäuten lässt sich mit einer Nasenspülung entgegen wirken. Bei einem warmen Körper wird mit der Hand aus dem Wasserhahn kaltes Wasser und bei einem kalten, fröstelnden Körper warmes Wasser aufgefangen. Dann wird das Wasser aus der Hand mit beiden Nasenlöchern eingesaugt und gleich darauf wieder ausgestoßen. Die Spülung sollte mehrmals wiederholt werden.


Hausmittel bei Fieber

Fieber ist eine normale Abwehrreaktion des Körpers. Daher muss eine Körpertemperatur über 38,5 Grad Celsius auch nicht unbedingt unterbunden werden. Sinnvoll kann es sein, die Abwehr des Körpers durch einen Tee aus Thymian, Kamillen- und Lindenblüten zu unterstützen. Die Kräuter werden zu gleichen Teilen gemischt und ein Teelöffel davon mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergossen. Nach fünf Minuten kann der schweißtreibende und entzündungslindernde Tee getrunken werden.

Gegen das Fieber sollte etwas unternommen werden, wenn die Körpertemperatur über 39,5 Grad Celsius ansteigt und der Betroffene unruhig oder verwirrt wirkt. Wadenwickel gelten dabei unter den Hausmitteln als Klassiker in der Behandlung von Fieber. Ein großes Handtuch wird in Wasser getaucht, ausgewrungen und straff um die Waden gewickelt. Die Knie und der Bereich darüber sollte ausgespart werden. Bevor sich der Betroffene für maximal zehn Minuten ins Bett legt, wird ein weiteres Handtuch um die Beine gewickelt und so einem durchnässten Bettlaken vorgebeugt. Nach Ablauf der Zeit kann ein neuer Wickel angelegt werden.


Haarausfall - Zwiebeln oder Bier können helfen

Das Haar hat nur eine bestimmte Lebensdauer und Haarausfall kann viele Ursachen wie Eisenmangel oder den Einfluss männlicher Geschlechtshormone haben. Eine Behandlung mit Zwiebeln oder Bier kann das Haar kräftigen. Hierzu wird mit einer halben Gemüsezwiebel die Kopfhaut etwa zehn bis 15 Minuten lang massiert. Danach wird das Haar mit einem milden Shampoo gewaschen. Alternativ wird das Haar zunächst mit warmem Wasser gespült und anschließend etwa 100 Milliliter Bier in das Haar einmassiert. Nach einer Einwirkungszeit von ungefähr 15 Minuten wird der Vorgang wiederholt. Nun werden die Haare gekämmt. Das Bier trocknet in der Regel gut in die Kopfhaut ein und es bleibt bei der Anwendung dieses Hausmittels kein unangenehmer Geruch zurück.


Insektenstiche schnell kühlen

Bienen und Wespen geben bei einem Stich Substanzen ab, die eine Entzündung verursachen können. Daher sollte die Einstichstelle schnell mit Wasser gesäubert und gekühlt und der Stachel herausgezogen werden. Eine Kältekompresse kann eine Schwellung verhindern. Hierzu werden Eiswürfel mit einem Handtuch umwickelt und mindestens 30 Minuten auf die betroffene Hautstelle gelegt.


Hausmittel gegen den Kater

Gegen Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindelgefühle nach zu starkem Alkoholkonsum helfen Mineralwasser und Saftschorle. Betroffene sollten etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit aufnehmen um den Wasserverlust auszugleichen. Magnesiumhaltige Brausetabletten bringen den Mineralhaushalt wieder in Ordnung. Alternativ kann auch Kakao getrunken werden, da dieser ebenfalls sehr reich an Magnesium ist. Zusätzlich hilft Vitamin E in Form von Gemüse (z. B. Brokkoli, Spinat) oder Obstsäften. Nach einer durchfeierten Nacht besteht das Frühstück im Optimalfall aus einem frischen Getreidemüsli mit Joghurt, Obst und Nüssen. Auf Kaffee sollte verzichtet werden, da dieser das benötigte Magnesium aus dem Körper spült.


Wärme und Massagen bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen können zahlreiche Ursachen haben. Viele Menschen sind im Laufe ihres Lebens einmal davon betroffen. Eine erste Maßnahme gegen Rückenschmerzen ist, die eigene Haltung, Bewegungen und Sitzposition, beispielsweise am Arbeitsplatz, zu überprüfen.

Rückenschmerzen, die durch Verspannungen ausgelöst wurden, lassen sich oft gut mit Wärme behandeln. Ein Entspannungsbad mit Extrakten aus Rosmarin und Thymian kann die Beschwerden lindern. Danach können die schmerzenden Körperstellen mit einem Öl aus Rosenholz massiert werden.


Duftöl und Massagen gegen Spannungskopfschmerzen

Auslöser für Spannungskopfschmerzen sind unter anderem Verspannungen im Nackenbereich. Betroffene können vor dem Spiegel in ihrem Gesicht nach dem Sonnenpunkt suchen und diesen massieren. Der Sonnenpunkt befindet sich an beiden Seiten des Kopfs eineinhalb Fingerbreit hinter und unterhalb des äußeren Endes der Augenbraue in einer kleinen Vertiefung. Mit den Fingerspitzen sollte im Uhrzeigersinn von innen nach außen massiert werden.

Ein weiteres Hausmittel gegen Kopfschmerzen ist das Öl der Pfefferminze. In einer Duftlampe verbreitet das Öl einen entspannenden Duft. Wenn es oberhalb der Schläfen einmassiert wird, kann es den Kopfschmerz ebenfalls dämpfen.


Mundduschen gegen Zahnfleischentzündung

Bei einer Zahnfleischentzündung ist das Zahnfleisch gerötet, entzündet und kann bluten. Ein Zahnarzt sollte diese Beschwerden behandeln, damit sie nicht zu lockeren Zähnen führen. Betroffene können mit Mundduschen und -spülungen die Durchblutung des Zahnfleischs anregen und Entzündungen hemmen.

Mit einer elektrischen Munddusche sollten Essensreste regelmäßig aus dem Mund gewaschen werden. Mit dem Wasserstrahl oder einem Finger lässt sich auch sanft das Zahnfleisch massieren. Hiermit wird das Gewebe gekräftigt und der Stoffwechsel angeregt. Die Munddusche kann drei bis vier Tropfen Teebaumöl oder Salbeiöl zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung enthalten.


Hausmittel für Kinder

Auch bei Kindern können leichte Beschwerden oft schon mit einfachen Hausmitteln gelindert werden.

Blähungen bei Säuglingen und Kleinkindern

Gegen Blähungen wird ein halber Teelöffel Fenchelfrüchte mit einem Viertel Liter kochendem Wasser übergossen. Der Tee muss zehn Minuten ziehen und soll vor den Mahlzeiten getrunken werden. Er fördert die Verdauung.

Einschlafstörungen

Ein Einschlaftee mit Honig und Milch kann Kindern zum besseren Einschlafen verhelfen. Hierzu werden zwei gehäufte Teelöffel Kamillenblüten mit einem Viertel Liter siedendem Wasser übergossen. Der Tee muss zehn Minuten zugedeckt ziehen, bevor zwei Teelöffel Honig und etwas Milch hinzugemischt werden.

Ein weiteres Hausmittel bei Einschlafproblemen sind die Düfte von Kamille, Melisse oder Sandelholz. Die Düfte können vor dem Einschlafen in eine Duftlampe gegeben werden und verbreiten so ein beruhigendes Klima im Kinderzimmer.

Zahnen

Wenn die ersten Zähnchen durchbrechen, sind die betroffenen Stellen rot, geschwollen und sie bereiten dem Kind Schmerzen. Eltern können den Kiefer ihres Babys mit einem Tuch kühlen, das zuvor in kühles Wasser getunkt wurde. Das Tuch wird etwa drei bis fünf Minuten an das Zahnfleisch gehalten und verringert so die Entzündung.

Lavendel- und Kamillenduft können unruhige, zahnende Babys beruhigen. Die Tropfen der Duftöle können in einer Duftlampe im Kinderzimmer ein beruhigendes Klima schaffen. Eltern können auch ein paar Tropfen der Öle auf ein feuchtes Tuch geben und dieses einige Minuten um den Kiefer ihres Kindes legen.


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Quellen:
Bachmann, S. und Längler, A. Hausmittel in der modernen Medizin. München, Elsevier 2005
Pressemitteilung des Verbands deutscher Ökotrophologen: Expertentipp: Die Karawane zieht weiter... Beugen Sie Kater und Katzenjammer vor! 10. Februar 2009
Zittlau, J. et al.: Hausmittel. Die besten Rezepte für die Gesundheit. München, Südwest 2003


Autor: Jessica Schmid 
Letzte Änderung am: 21.07.2009