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Häufig erfolgt die Diagnose Diabetes bei Kindern und Jugendlichen erst, wenn der Blutzuckerspiegel sehr stark angestiegen und entsprechend verdächtige Symptome wie starker Durst, Müdigkeit oder häufiges Wasserlassen ein Grund für den Gang zum Arzt sind.

Fest steht: In kaum einem anderen Land sind Kinder und Jugendliche mit Diabetes so gut betreut, wie in Deutschland. Auch innovative Blutzuckermessgeräte, die sich durch einfache Bedienbarkeit, ein  hohes Maß an Service und modernes Design auszeichnen, machen das Leben mit Diabetes auch für Kinder und Jugendliche leichter. Ein Blutzuckermessgerät, das in jede Hosentasche passt - so unauffällig wie heute war die Zuckerkrankheit eben noch nie! 

Typ-1-Diabetes bei Kinder und Jugendlichen

Auch Babys und Kleinkinder sind vor der Diagnose Diabetes (Typ-1) nicht sicher. Allerdings steigt die Häufigkeit von Typ-1-Diabetes bei älteren Kindern (Altersgipfel um das 4. sowie zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr). Jungen und Mädchen sind gleichermaßen betroffen. In Deutschland leiden etwa 26.000 Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 20 Jahren unter Typ-1-Diabetes.

Sobald die Diagnose Typ-1-Diabetes steht, wird üblicherweise ein etwa zweiwöchiger Krankenhausaufenthalt bzw. die Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung notwendig. Denn die bei Typ-1-Diabetes unerlässliche Insulin-Therapie muss zusammen mit einer Diabetes-Diät eingestellt werden, um den Blutzucker zu regulieren und damit auch Blutzuckerschwankungen und mögliche Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Auch die intensive Schulung der jungen Patienten – und ihrer Eltern! - hat jetzt oberste Priorität. Wie spritze ich Insulin? Wie vermeide ich Spritzstellenverhärtungen? Worauf kommt es bei der Blutzuckermessung an? Wie reagiere ich bei einer Unterzuckerung? Auf all diese Fragen bereitet eine geeignete Diabetes-Schulung vor. Da sich das Wissen rund um Diabetes mellitus immer weiter entwickelt, sollte eine solche Diabetes-Schulung in regelmäßigen Abständen erneut besucht werden. Das bringt die nötige Sicherheit! In der Regel erfolgt auch eine kontinuierliche Betreuung der Kinder durch Diabeteologen oder auch Psychologen. Nutzen Sie die Erfahrungen eines kompetenten Teams.

Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Während früher Kinder und Jugendliche beinahe ausnahmslos von Typ-1-Diabetes betroffen waren, ist heute auch der Typ-2-Diabetes (mangelnde Insulinwirkung statt Insulinmangel) bei Jugendlichen auf dem Vormarsch. Experten sehen einen Zusammenhang zwischen der steigenden Anzahl übergewichtiger Kinder und der wachsenden Zahl von Typ-2-Diabetes Erkrankungen bei Kindern, denn Übergewicht (meist in Verbindung mit Bewegungsmangel) begünstigt die Entstehung von Typ-2-Diabetes. Typ-2-Diabetes trägt daher die Bezeichnung "Alterszucker" heute zu Unrecht.

Der Altersgipfel der Diagnosestellung von Typ-2-Diabetes bei Kinder und Jugendlichen liegt etwa im Teenageralter, also insbesondere im Alter zwischen 14 und 19. Man rechnet derzeit mit etwa 200 Neuerkrankungen in Deutschland bei Kindern und Jugendlichen pro Jahr – in USA schnellen die Zahlen bereits deutlicher in die Höhe. Als Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes im Kinder- und Jugendalter gelten neben Übergewicht und Bewegungsmangel bereits bekannter Diabetes im Familienkreis, Bluthochdruck sowie eine Fettstoffwechselstörung. Zur Diagnosestellung wird in der Regel ein Glukose-Toleranz-Test durchgeführt.

Die frühzeitige Behandlung von Typ-2-Diabetes ist wichtig, um möglichen Folgeschäden vorzubeugen. Insbesondere das Risiko für einen Nierenschaden ist bei Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes erhöht. Im Mittelpunkt dieser Therapie steht die Änderung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Eine fettarme, kohlenhydratreiche Ernährung bei Diabetes ist essentiell. Besteht Übergewicht, muss dieses durch eine langfristige Ernährungsumstellung möglichst reduziert werden. Hier kann die Hilfe eines Diätassistenten in Anspruch genommen werden. Auch Bewegung ist ein zentraler Baustein der Diabetes Behandlung: durch mehr und regelmäßige Bewegung verbessert sich die Insulinempfindlichkeit der Zellen und sie hilft ebenfalls dabei, Übergewicht abzubauen. Insofern sollten Kinder und Jugendliche zur Unterstützung der Diabetes Behandlung aktive Alternativen zu Playstation, Fernseher & Co. für sich entdecken: Eine Mitgliedschaft im Fußballverein, regelmäßige Stunden in der Tanzschule – mit Spaß fällt Bewegung um einiges leichter!

Natürlich sind auch die entsprechenden Medikamente für Kinder und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes wichtig. Sowohl Tabletten (orale Antidiabetika) als auch Insulin stehen für die Diabetes Therapie zur Verfügung. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie die individuelle Diabetes-Behandlung aussehen muss.

Von der Angst zur Gelassenheit: Was Eltern bei der Diagnose Diabetes ihrer Kinder tun können

Gerade bei kleineren Kindern sind Eltern mit der Diagnose Diabetes häufig zunächst überfordert. Eine große Verunsicherung macht sich breit – schließlich handelt es sich um eine chronische, lebenslange Erkrankung des Stoffwechsels, die ein hohes Maß an Eigenverantwortung (Stichwort Blutzuckerkontrolle) von den Patienten (bzw. auch deren Eltern) verlangt. Eine möglichst umfassende Information bringt den Eltern die nötige Sicherheit im Umgang mit der Krankheit. Nicht nur ihre Kinder, vor allem sie selbst müssen Profis in Sachen Diabetes werden und Berührungsängste mit der Krankheit abbauen. Hierzu eignen sich zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt sowie z.B. die Teilnahme an Diabetes-Schulungen. Und: Gelassenheit im Umgang mit der Diabetes-Erkrankung hilft auch den kleinen Patienten weiter!

Welche weiteren Tipps Sie als Eltern eines zuckerkranken Kindes beachten können, lesen Sie hier. Praktische Tipps für den Alltag mit Diabetes können Sie als erste Basis-Information ebenfalls nachlesen. Bei offenen Fragen wenden Sie sich an den betreuenden Diabetologen oder Kinderarzt!

Erfahren Sie auch mehr zur Thematik Schwangerschaftsdiabetes

Hintergrundinformationen Diabetes
Diabetes

Diabetes mellitus – eine Volkskrankheit. In Deutschland sind rund 6 Millionen Menschen von dieser chronischen Stoffwechselstörung ("Zuckerkrankheit") betroffen. Als Hauptrisikofaktoren für den weitaus häufigeren Typ-2-Diabetes gelten Übergewicht und Bewegungsmangel, während der Typ-1-Diabetes meist erblich bedingt ist.

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Quellen:

  • Andreae, Susanne / Berg, Melanie (2008): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Georg Thieme Verlag.
  • Bopp, Annette (2007): Diabetes. Früh erkennen. Richtig behandeln. Besser leben. Stiftung Warentest.
  • Fritzsche, Doris (2008): Diabetes. Der Ernährungs-Kompass. GU Kompass. GU.
  • Grönemeyer, Prof. Dr. Dietrich (2008): Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohlt.
  • Riedl, Dr. Matthias (2006): 300 Fragen zum Diabetes. Der große GU Kompass. GU.
  • Rubin, Alan L. (2006): Diabetes für Dummies. Besser mit Diabetes leben lernen. Wiley-VCH.
  • Schwörer, Dr. Claudia-Viktoria / Frank, Dr. Matthias (2005): Diabetes. Neustart in ein gesundes Leben.GU Ratgeber Gesundheit. GU.