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Vor dem Hintergrund des direkten Zusammenhangs unserer modernen, ungesunden und bewegungsarmen Lebensweise und der Erhöhung des Diabetes-Risikos ist es wenig verwunderlich, dass auch immer mehr Kinder und Jugendliche von Typ-2-Diabetes betroffen sind. Tendenz steigend.

Leben mit Diabetes heute: Selbstmanagement unverzichtbar

Die Diagnose Diabetes ist im ersten Moment mit Sicherheit eines: Erschreckend und verwirrend. Muss ich jeden Tag Insulin spritzen? Darf ich jetzt keinen Zucker mehr essen? Und wie sieht es mit Sport aus? Fragen über Fragen. Fest steht: Diabetes ist ein lebenslanger Begleiter, der akzeptiert werden will. Dank der Fortschritte in der modernen Diabetes-Forschung stehen heute effektive Arzneimittel wie z. B. orale Antidiabetika (blutzuckersenkende Tabletten) oder Insulin zur Verfügung. Daneben spielt auch die aktive Mitarbeit des Patienten eine zentrale Rolle: Durch eine geeignete Ernährung, ausreichend Bewegung und eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle können Betroffene viel für die eigene Gesunderhaltung tun.

Wer also lernt, für sich bewusst Verantwortung zu übernehmen, der hat für das Leben mit Diabetes einen der wichtigsten Schritte getan.

Diabetes verstehen – der Blutzuckerspiegel und die Rolle des Insulins

Bei Diabetes mellitus ist die Regulation des Blutzuckers gestört und der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. Um genau zu verstehen, was im Körper bei Diabetes geschieht, ist es grundlegend, den Prozess der Blutzuckerregulierung, der "normalerweise" im Körper abläuft, zu kennen:

Glukose ist einer der wichtigsten Energielieferanten unseres Körpers. Einerseits bildet der Organismus Glukose selbst, andererseits wird sie aus der Nahrung aufgenommen. Allerdings: Nur wenn Glukose auch von den Zellen aufgenommen werden kann und nicht im Blut verbleibt, erfolgt auch ihre Umwandlung in Energie. Nur dann kann also Glukose auch ihre Funktion als Treibstoff unseres Körpers erfüllen. Hier kommt das Hormon Insulin ins Spiel. Denn Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse je nach Bedarf gebildet wird, dient der Glukose als Türöffner zu den Zellen. Insulin sorgt also für die Aufnahme von Glukose in die Zellen und damit auch für eine kontinuierliche Regulation des Blutzuckerspiegels. Ohne Insulin bzw. bei unzureichender Funktion des Insulins haben wir zwar ausreichend Glukose im Körper, aber die "Tür" zu den Zellen bleibt verschlossen. Der Blutzuckerspiegel steigt, die natürliche Regulation versagt. Genau das ist bei Diabetes der Fall.

Die Gründe sind allerdings bei Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes verschieden.

Hintergrundinformationen Diabetes
Diabetes

Diabetes mellitus – eine Volkskrankheit. In Deutschland sind rund 6 Millionen Menschen von dieser chronischen Stoffwechselstörung ("Zuckerkrankheit") betroffen. Als Hauptrisikofaktoren für den weitaus häufigeren Typ-2-Diabetes gelten Übergewicht und Bewegungsmangel, während der Typ-1-Diabetes meist erblich bedingt ist.

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Quellen:

  • Andreae, Susanne / Berg, Melanie (2008): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Georg Thieme Verlag.
  • Bopp, Annette (2007): Diabetes. Früh erkennen. Richtig behandeln. Besser leben. Stiftung Warentest.
  • Fritzsche, Doris (2008): Diabetes. Der Ernährungs-Kompass. GU Kompass. GU.
  • Grönemeyer, Prof. Dr. Dietrich (2008): Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohlt.
  • Riedl, Dr. Matthias (2006): 300 Fragen zum Diabetes. Der große GU Kompass. GU.
  • Rubin, Alan L. (2006): Diabetes für Dummies. Besser mit Diabetes leben lernen. Wiley-VCH.
  • Schwörer, Dr. Claudia-Viktoria / Frank, Dr. Matthias (2005): Diabetes. Neustart in ein gesundes Leben.GU Ratgeber Gesundheit. GU.