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So kann das Risiko für gesundheitliche Beschwerden bzw. auch Folgeerkrankungen des Diabetes durch einen schlecht eingestellten Blutzucker gesenkt werden. Damit ist die Blutzuckerselbstkontrolle auch eine echte Chance: Denn wer seinen Blutzuckerspiegel genau kennt, der kann dem ständigen Begleiter Diabetes mit mehr Sicherheit begegnen. Ein gutes Gefühl!

Die Vorteile der Blutzuckerselbstkontrolle auf einen Blick:

  • Größere Eigenverantwortung im Umgang mit Diabetes
  • Ein stärkeres Bewusstsein für Diabetes: Wie reagiert mein Körper auf welche Veränderungen? Das schafft Sicherheit!
  • Die dokumentierten und ausgewerteten Blutzuckerwerte (Blutzuckertagebuch) dienen als Gesprächsgrundlage bei jedem Arztbesuch und damit auch für die Behandlung von Blutzuckerschwankungen

Blutzuckerschwankungen: Eine natürliche Angelegenheit

Bei einem gesunden Menschen liegt der Blutzuckerwert bei 60 -90 mg/dl vor dem Essen bzw. bis zu 135 mg/ dl nach dem Essen. Die Blutzuckereinstellung bei Diabetikern, die medikamentös mittels Tabletten oder auch zu spritzendem Insulin erfolgt, orientiert sich an diesen „normalen“ Blutzuckerwerten, wenngleich die Festlegung der Zielwerte immer auch eine individuelle Frage ist. Fest steht: Der Blutzucker lässt sich auch trotz der erfolgenden Diabetes-Therapie nicht einfach auf einen bestimmten Wert fixieren. Denn unser Blutzuckerspiegel unterliegt aufgrund unterschiedlicher Einflüsse immer wieder ganz natürlichen Schwankungen.

 

Mögliche Ursachen für den Anstieg des Blutzuckerspiegels:

  • Insulindosis zu gering
  • Kohlenhydratreiche Nahrungsmittel
  • Belastung und Stress
  • Krankheit und Entzündungen
  • Medikamente
  • Übergewicht

 

Mögliche Ursachen für den Abfall des Blutzuckerspiegels:

  • Insulin bzw. blutzuckersenkende Medikamente
  • Kohlenhydratarme Nahrung
  • Sport und körperliche Bewegung
  • Gewichtsabnahme
  • Alkohol

 

Blutzuckermessung: Blutzuckerschwankungen frühzeitig erkennen

So natürlich Schwankungen des Blutzuckers auch sind, so schwer sind sie tatsächlich zu erkennen. Denn körperliche Symptome machen sich in der Regel erst bemerkbar, wenn die Blutzuckerwerte sehr hoch oder sehr niedrig sind. So sind die typischen Symptome einer Unterzuckerung mit Werten unter 60 mg/dl zum Beispiel Zittern oder Verwirrtheit – auch Bewusstlosigkeit ist bei diesem extremen Abfall des Blutzuckerspiegels nicht ausgeschlossen. Dann kann der "hypoglykämische Schock" zum Notfall werden.

Umso wichtiger ist die Blutzuckerselbstkontrolle: Durch regelmäßige Blutzuckermessungen kann man eventuellen Blutzuckerschwankungen möglichst früh auf die Schliche kommen und entsprechend reagieren. Eines sollte man dabei immer im Hinterkopf haben: Blutzuckerschwankungen sind behandelbar und sollten auch reguliert werden, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.

Das lückenlose Blutzuckertagebuch: Basis für die Behandlung von Blutzuckerschwankungen

Um auf Blutzuckerschwankungen entsprechend reagieren zu können, ist nicht nur das Messen der Blutzuckerwerte an sich, sondern auch die exakte Dokumentation und Auswertung der Messwerte in einem Blutzuckertagebuch unerlässlich. Dieses dient als Basis für den Besuch beim Arzt, mit dem Sie gemeinsam die Werte analysieren und auf auftretende Schwankungen mittels der geeigneten Therapieanpassung reagieren können.

Lensen Sie weiter, welche häufigen Fehler bei der Blutzuckermessung auftreten können.

Blutzuckerkontrolle
Blutzuckermessung

Die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckerspiegels spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Diabetes.

 

Hintergrundwissen Diabetes
Diabetes

Bei Diabetes kommt es zu einem dauerhaften Anstieg des Blutzuckerspiegels. Diabetes ist daher auch als "Zuckerkrankheit" bekannt.

Quellen:

  • Andreae, Susanne / Berg, Melanie (2008): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Georg Thieme Verlag.
  • Bopp, Annette (2007): Diabetes. Früh erkennen. Richtig behandeln. Besser leben. Stiftung Warentest.
  • Fritzsche, Doris (2008): Diabetes. Der Ernährungs-Kompass. GU Kompass. GU.
  • Grönemeyer, Prof. Dr. Dietrich (2008): Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohlt.
  • Riedl, Dr. Matthias (2006): 300 Fragen zum Diabetes. Der große GU Kompass. GU.
  • Rubin, Alan L. (2006): Diabetes für Dummies. Besser mit Diabetes leben lernen. Wiley-VCH.
  • Schwörer, Dr. Claudia-Viktoria / Frank, Dr. Matthias (2005): Diabetes. Neustart in ein gesundes Leben.GU Ratgeber Gesundheit. GU.