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Generell gilt: Ein offener Umgang mit Diabetes ist hier in der Regel besser als ein nervenaufreibendes Versteckspiel. Seien Sie immer auch ehrlich zu sich selbst.

Hier einige wissenswerte Hintergrundinformationen, die als Basis für das ausführliche Gespräch mit Ihrem Diabetologen bezüglich Fragen rund um das Thema Beruf und Diabetes dienen können.

Gibt es geeignete und weniger geeignete Jobs für Diabetiker?

Welche Berufe für Diabetiker geeignet sind und welche nicht, lässt sich kaum pauschal sagen. Denn hier spielen verschiedene Aspekte eine Rolle – so zum Beispiel die Art des Berufes, die Unfallgefährdung, die Art der Diabetes- Behandlung, das individuelle Auftreten von Hypoglykämien, mögliche bereits existierende Folgeerkrankungen oder auch die eigene Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung (Stichwort Selbstmanagement). Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Fortschritte der Diabetes-Behandlung und auch der Blutzuckerselbstkontrolle heute den Patienten das Leben mit Diabetes erleichtern und auch möglichen Komplikationen besser vorbeugen können. Das ist auch für das Berufsleben von Diabetikern entscheidend. Dennoch wird in der Regel von Einzelfall zu Einzelfall entschieden.

Bedenken muss man hinsichtlich der Thematik Diabetes und Beruf grundsätzlich das Risiko einer Unterzuckerung und den damit möglicherweise einhergehenden Folgen, die bis hin zur Bewusstlosigkeit reichen können. Insofern gelten Berufe für Diabetiker als eher ungeeignet, bei denen die Sicherheit des Diabetikers und anderer Menschen auf dem Spiel steht. Zum Beispiel:

  • Berufe im Bereich der Personenbeförderung (z.B. Taxifahrer, Busfahrer, Pilot)
  • Berufe mit Überwachungsfunktion (z.B. Flugloste)
  • Berufe mit Waffengebrauch (z.B. Polizist oder auch Soldat)
  • Berufe, die mit Arbeiten auf Gerüsten oder Dächern verbunden sind (z.B. Maler, Dachdecker o.ä.)
  • Arbeiten an laufenden Maschinen

 

Die gesetzlichen Bestimmungen sind je nach Berufsart sehr individuell. So gelten für insulinpflichtige Fluglotsen bzw. auch Piloten strenge Vorschriften.

Häufig gibt es auch Unterschiede von Bundesland zu Bundesland. Und in vielen Fällen obliegt es der Entscheidung des einzelnen Arbeitgebers (Arbeitsmediziners), einen Diabetiker für eine bestimmte Position einzustellen bzw. weiter zu beschäftigen.

Eine Besonderheit hinsichtlich der Berufsausübung von Diabetikern stellt die Arbeit im Labor bzw. im Allgemeinen mit Schutzkleidung dar. Denn dann ist der Körper für den Fall der Fälle (Insulinspritze) nicht direkt erreichbar.

Jobs für Diabetiker: Weitere Dinge, die man bedenken sollte

Bestimmte Voraussetzungen machen den Alltag mit Diabetes einfach leichter. Auch im Job. Wenn es also beispielsweise um die Berufswahl bzw. Jobsuche mit Diabetes geht, können folgende Überlegungen helfen, eine gewisse Richtung einzuschlagen:

  • Gibt es die Möglichkeit, regelmäßig zu essen und ggf. zu entspannen?
  • Kann ich in diesem Arbeitsumfeld bei Bedarf meinen Blutzucker messen?
  • Ist der Arbeitstag strukturiert und planbar, kann ich viel Stress vermeiden?
  • Gerät mein Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander Schichtdienst) und ist hier eine optimale Stoffwechselführung möglich?

 

Bedenken sollte man auch die Tatsache, dass in bestimmten Berufen die Symptome einer Unterzuckerung wie Verwirrtheit oder Albernheit deutlicher auffallen, als wenn man beispielsweise im Büro am Schreibtisch arbeitet. Denken Sie zum Beispiel an Lehrer oder Dozenten an der Universität – gerade auch wer diese Berufe ausübt bzw. ausüben möchte, sollte sich für die Situation der Unterzuckerung im Beruf speziell von seinem Diabetologen beraten lassen.

Bei all diesen Punkten ist die Ehrlichkeit des Diabetikers sich selbst gegenüber gefragt: Verbiegen Sie sich nicht, ein "das bekomme ich schon irgendwie hin" sollte durch "hier kann ich meinen Blutzucker gut kontrollieren" ersetzt werden.

Folgeerkrankungen von Diabetes im Beruf

Diabetes mellitus erhöht insbesondere, wenn er länger besteht und schlecht eingestellt ist, das Risiko für bestimmte Krankheiten. So kommt es in Zusammenhang mitunter zu Augenschädigungen (Einschränkung bzw. Verlust des Sehvermögens bzw. Verlust der Sehschärfe) oder auch zum sogenannten diabetischen Fußsyndrom aufgrund einer Nervenschädigung und Durchblutungsstörungen. Hier können Empfindungsstörungen der Füße und gegebenenfalls auch Gangunsicherheiten auftreten. Wer im Job viel auf den Beinen ist bzw. bei dem ein gutes Sehvermögen gefragt ist, sollte umso mehr auf eine regelmäßige Kontrolle der Augen und eine intensive Fußpflege achten. Ihr Diabetologe berät Sie gerne!

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Quellen:

  • Andreae, Susanne / Berg, Melanie (2008): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Georg Thieme Verlag.
  • Bopp, Annette (2007): Diabetes. Früh erkennen. Richtig behandeln. Besser leben. Stiftung Warentest.
  • Fritzsche, Doris (2008): Diabetes. Der Ernährungs-Kompass. GU Kompass. GU.
  • Grönemeyer, Prof. Dr. Dietrich (2008): Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohlt.
  • Riedl, Dr. Matthias (2006): 300 Fragen zum Diabetes. Der große GU Kompass. GU.
  • Rubin, Alan L. (2006): Diabetes für Dummies. Besser mit Diabetes leben lernen. Wiley-VCH.
  • Schwörer, Dr. Claudia-Viktoria / Frank, Dr. Matthias (2005): Diabetes. Neustart in ein gesundes Leben.GU Ratgeber Gesundheit. GU.