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Diabetes Ratgeber Unterzuckerung:
Anzeichen erkennen und richtig reagieren


Geraten die Blutzuckerwerte in einen Bereich von unter 50-60mg/dl (3,5 mmol/l), spricht man von einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Das Spektrum der Symptome bei Unterzuckerung reicht von Heißhunger und Zittern bis hin zu Sehstörungen und Bewusstlosigkeit – je nachdem, wie stark der Blutzuckerwert tatsächlich gefallen ist.

Diabetes Ratgeber

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→ Mein Kind hat Diabetes: Tipps
→ Unterzuckerung erkennen und
    richtig reagieren


Es ist wichtig, dass Diabetiker Ihre Angehörigen bzw. auch Freunde und Arbeitskollegen über den möglichen Fall der Unterzuckerung und entsprechende Anzeichen informieren, so dass diese insbesondere dann notwendige Maßnahmen ergreifen können, wenn sich ein hypogklykämischer Schock mit Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit, Koordinationsstörungen, Aggression, Albernheit oder ggf. Bewusstlosigkeit einstellt. Zudem sollten Notfallmedikamente griffbereit sein.

Grundsätzlich gilt: Schnelles Handeln ist bei jeder Form der Unterzuckerung wichtig.

Ursachen der Unterzuckerung
Die Ursachen für eine derartige Unterzuckerung sind vielfältig. Mögliche Auslöser sind:

  • Überdosierung von Insulin
  • Zu wenig aufgenommene Kohlenhydrate (mehr dazu unter Diabetes und Ernährung)
  • zu später Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme
  • körperliche Belastung
  • Alkoholkonsum
  • Erbrechen oder Durchfall: Die Kohlenhydrate werden beim Erbrechen ausgeschieden, aber der Blutzucker wird aufgrund der angewendeten Medikamente trotzdem gesenkt. Das Risiko einer Unterzuckerung steigt somit!

Anzeichen für Unterzuckerung
Die Symptome einer Unterzuckerung sind zunächst auf die in diesem Fall stattfindende hormonelle Gegenreaktion (Ausschüttung von Adrenalin) zurück zu führen. In einem zweiten Stadium der Unterzuckerung treten Anzeichen auf, die aus dem Zuckermangel im Gehirn resultieren. Eine Unterzuckerung kann leicht oder stark ausgeprägt sein.

Symptome bei Unterzucker aufgrund der hormonellen Gegenreaktion (leichte Hypoglykämie):

  • Heißhunger
  • Zittern
  • Angst
  • Reizbarkeit
  • Herzklopfen bzw. Herzrasen
  • Schweißausbruch
  • Kribbeln in Armen, Beinen oder auch den Lippen

Symptome bei Unterzucker aufgrund von Zuckermangel im Gehirn (Schwere Hypoglykämie):

  • Konzentrationsstörungen, Verwirrung
  • Langsamkeit
  • Verschwommenes Sehen, Doppelsehen
  • Sprachstörungen
  • Aggressivität, Albernheit
  • Bewusstseinstrübung / Bewusstlosigkeit

Um die Signale des Körpers besser deuten zu können, gibt es die Möglichkeit, mittels eines Tests eine Unterzuckerung unter Aufsicht eines Arztes bewusst hervorzurufen (Unterzuckerprovokation: Spritzen von Insulin ohne Nahrungsaufnahme). So weiß man, was bei Unterzucker geschieht und erhält eine gewisse Sicherheit im Umgang mit diesem Thema. Natürlich geht man bei diesem Test nicht bis zum Äußersten. Eine engmaschige Blutzuckerkontrolle durch den Arzt, etwa alle dreißig Minuten, zeigt genau, wann die Werte zu stark abfallen. Dann kann man mittels Traubenzucker, Limonade und einer Mahlzeit die Notbremse ziehen.

Was tun bei Unterzuckerung? So reagieren Sie richtig
Schnelles Handeln ist bei Unterzuckerung unerlässlich! Lassen Sie sich von Ihrem Arzt genau darüber aufklären, was bei welchen Unterzuckerungs-Symptomen konkret zu tun ist.

Das können Sie bei den ersten Anzeichen einer Unterzuckerung bzw. bei gemessenen Blutzuckerwerten unter 60 mg/dl unternehmen:

  • Einnahme von ca. 1-2 "schnellen" BEs, also z.B. 4 Tafeln Traubenzucker, flüssigem Traubenzucker oder einem großen Glas zuckerhaltiger Limonade. Diese BEs gehen direkt ins Blut!
  • Im Anschluss: Essen einer "langsamen" BE (z.B. Banane/ Brot).
  • Warten Sie ca. 10-15 Minuten und kontrollieren Sie dann mit einer Messung, ob der Blutzucker gestiegen ist.
  • Messen Sie nach ca. 30 Minuten wieder den Blutzucker. Ein Wert über 100mg/dl sollte jetzt erreicht werden.

Wenn der Unterzucker zum Notfall wird
Insbesondere wenn die Anzeichen eines Zuckermangels im Gehirn auftreten und entsprechende Bewusstseinsstörungen bzw. Bewusstlosigkeit auftreten, wird der Unterzucker zum Notfall, bei dem entsprechende Hilfe Dritter gefragt ist. Für diesen Fall sollten Angehörige, Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen vorbereitet und ausreichend informiert sein. Ein Gespräch mit dem Arzt bzgl. der nötigen Maßnahmen ist hier wichtig!

Einige allgemeingültige Regeln bei Bewusstlosigkeit:

  • Kein Einflößen von Saft oder Traubenzucker o.ä. – Erstickungsgefahr!
  • Anwendung der bereits aufgezogenen Notfallspritze (mit Glukagon zur Steigerung des Blutzuckerspiegels), die Diabetiker in einem speziellen Notfallset immer griffbereit haben sollten. Ist die Ohnmacht überwunden, müssen aufgrund der zwar schnellen aber kurzen Wirksamkeit von Glukagon zudem sofort Kohlenhydrate gegessen werden. Wichtig zu wissen: Vorheriger Alkoholkonsum kann die Wirkung von Glukagon deutlich beeinträchtigen.
  • Im Zweifelsfall: Verständigung des Notarztes.


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Quellen: 

  • Andreae, Susanne / Berg, Melanie (2008): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Georg Thieme Verlag.
  • Bopp, Annette (2007): Diabetes. Früh erkennen. Richtig behandeln. Besser leben. Stiftung Warentest.
  • Fritzsche, Doris (2008): Diabetes. Der Ernährungs-Kompass. GU Kompass. GU.
  • Grönemeyer, Prof. Dr. Dietrich (2008): Grönemeyers neues Hausbuch der Gesundheit. Rowohlt.
  • Riedl, Dr. Matthias (2006): 300 Fragen zum Diabetes. Der große GU Kompass. GU.
  • Rubin, Alan L. (2006): Diabetes für Dummies. Besser mit Diabetes leben lernen. Wiley-VCH.
  • Schwörer, Dr. Claudia-Viktoria / Frank, Dr. Matthias (2005): Diabetes. Neustart in ein gesundes Leben.GU Ratgeber Gesundheit. GU.



 

Autor: Sebastian Seydak 
Letzte Änderung am: 06.08.2012
 
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