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Epileptischer Krampfanfall oder Nervenzusammenbruch?


Von: DiFa • 16.01.2018 [13:42]


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war gestern zugegen, als ein Freund (72)
von mir mitten in einem Gespräch das hatte, was ich bei anderen Bekannten
schon als epileptischen Krampfanfall erlebt habe.

Wir hatten zugegebener Weise ein
wahrscheinlich für ihn sehr anstrengendes und persönlich belastendes Gespräch.
Irgendwann fing sein linker Arm zu zucken an, und er sagte auf Nachfrage, dass
er dort, vom Nacken ausgehend, Muskelkrämpfe hätte.

Seine Frau und ich wollten bereits zu diesem Zeitpunkt einen Arzt rufen, was
mein Freund aber strikt ablehnte. Ich massierte ihm Nacken und Arm, worauf er
bekundete, das wäre sehr wohltuend, und seine Krämpfe wären schließlich nach
einer Weile weg.
Während des Gesprächs zeigte er in keiner Weise, dass er sich übermäßig und
unverhältnismäßig in das Thema hineinsteigern würde.
Dann nach etwa einer halben Stunde nach den ersten Anzeichen begann er
plötzlich am ganzen Körper zu krampfen, schwerpunktmäßig vor allem linksseitig,
und verlor die Besinnung bei offenen, starren, sehr hellen Augen.
Ich hielt ihn sanft auf dem Stuhl fest, achte darauf, dass er sich nicht verletzte und nicht herunterstürzte, und redete
beruhigend auf ihn ein, während seine Frau den Notarzt rief.

Mein Freund kam ins Krankenhaus. Nach der
Untersuchung (auch CT) sagten die Ärzte, es wären keine Gehirnschädigungen
feststellbar, aber sie könnten noch nicht diagnostizieren, um was es sich bei
dem Anfall tatsächlich handeln würde. Sie würden ihn zur Beobachtung eine Nacht
im KH behalten und überwachen.

Als ich ihn zu sprechen bekam, war er relativ gut bei Bewusstsein, klagte jedoch
sehr über Schmerzen in seinem linken Oberschenkel.
Aufgrund meiner Annahme, es hätte sich um einen epileptischen Krampfanfall
gehandelt, und weil ich dies so bei anderen Bekannten miterlebt habe, dachte ich,
die Schmerzen würden von den Muskelkrämpfen kommen. Mir wurde berichtet, dass
es sich hinterher anfühlt, als hätte man einen schweren Muskelkater.

Heute rief mich seine Frau an.

Die Ärzte hätten festgestellt, dass es ein „schwerer Nervenzusammenbruch“
gewesen wäre. Die Aussage der Ärzte von gestern wäre falsch gewesen.
Tatsächlich hätte man relativ große Schädigungen im Gehirn feststellen können.
Außerdem hätte man jetzt (also heute) festgestellt, dass er sich bei dem Anfall
das Becken und den Oberschenkelhals links gebrochen hätte.
Auslöser wäre vermutlich das anstrengende und ihn aufregende Gespräch gewesen,
und sie würden ihm „verbieten“ sich weiter mit der belastenden Angelegenheit zu
befassen.

Sie verstehen sicher, dass ich sehr
verwirrt und erstaunt über diese Diagnose bin, und sie nicht wirklich richtig
einordnen kann.

Mir war bislang nicht bekannt, dass ein Nervenzusammenbruch solche Auswirkungen
haben kann, oder gar schwere Schädigungen im Gehirn verursachen kann.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir
dazu eine Einschätzung Ihrer Meinung mitteilen könnten.

Vielen Dank!

Herzlichst
DiFa

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