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Psychische Probleme- wird "Schuld" immer bei der Mutter gesucht?


Von: Expertenteam der Gesundheitsberatung • 09.07.2017 [23:36]

Hallo Dagmar_H38,

gleich vorneweg gesagt: Es geht in der Psychotherapie NICHT darum, wer etwas falsch gemacht hat. Je nach Form der Therapie geht es darum zu untersuchen, welche Faktoren die Entwicklung einer Störung begünstigt haben. Selbst wenn Sie also "für etwas verantwortlich" gemacht werden, geht es nicht darum, Ihnen eine Schuld zuzuweisen, da ja nicht hinterfragt wird, warum Sie als Mutter gehandelt haben, wie Sie gehandelt haben, tatsächlich spielt dies auch für die Entstehung einer Erkrankung kaum eine Rolle. Letztlich kann es sein, dass eine begünstigende Interaktion zwischen Mutter und Kind aufgrund rechtfertigender Umstände entsteht. Trotzdem sollte eine Problematik behandelt werden.
Warum (meistens) die Interaktion mit der Mutter untersucht wird, hat den einfachen Grund, dass mit der Mutter (in den meisten Fällen) die erste Kommunikation stattfindet und auch die erste Beziehung eingegangen wird. Diese frühkindlichen Erfahrungen prägen auch das weitere Leben, insofern ist die Kenntnis hierrüber für einige Formen der Therapie von imenser Bedeutung. Nochmals, es geht nicht darum, Vorwürfe zu machen, sondern lediglich in Frage zu stellen, ob früh erlernte Verhaltensweisen noch immer ihre Gültigkeit haben.
Wichtig zu wissen ist sonst ebenfalls, dass es auch andere Formen der Psychotherapie gibt, wie z. B. verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Diese dienen dazu, bestimmte Verhaltensweise einfach abzutrainieren und können ebenfalls Erfolg bringen. Hier wird die Vergangenheit zumeist nicht berücksichtigt.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen weiterhelfen - Ihr Lifeline Gesundheitsteam

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