Nickelallergie durch Handys?
Ein rotes, juckendes Ohr nach dem Telefonieren – der Grund dafür könnte das Handy sein! Denn eine aktuelle Studie aus Dänemark zeigt: Handys können zum Teil beträchtliche Nickelmengen freisetzen und damit allergische Reaktionen an Wange, Ohr und Händen auslösen.
Nickel ist der häufigste Auslöser für eine Kontaktallergie, die sich typischerweise mit Rötung, Bläschen und Juckreiz an den betroffenen Hautstellen bemerkbar macht. Die allergische Hautreaktion tritt dabei nach direktem Kontakt mit Nickel auf. Und das Metall lauert überall: In Jeansknöpfen, Gürtelschnallen, Modeschmuck – vielleicht auch in Handys?
Studie zeigt: Viele Handys setzen Nickel frei
Eine aktuelle Studie aus Dänemark zeigt: Handys können tatsächlich größere Mengen an Nickel freisetzen. Die Forscher untersuchten die metallischen Bestandteile von 50 Handys auf deren Nickelfreisetzung. Dazu wurde der sogenannten DMG*-Test eingesetzt: Ein Wattebausch mit der Substanz Dimethylglyoxim wird auf den zu untersuchenden Handyteilen gerieben. Eine Rosafärbung des Wattebauschs zeigt eine erhöhte Nickelfreisetzung an. Bei neun der untersuchten 50 Handys war dies der Fall. Die Forscher gaben zu bedenken, dass das negative Testergebnis bei den anderen 41 Handys nicht ausreiche, um für diese Produkte eine „Entwarnung“ zu geben: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die als „negativ“ getesteten Handys nicht auch Nickel freisetzen – dies liege in der Testmethode begründet. Das positive Ergebnis für die neun Handys zeige allerdings mit großer Sicherheit eine erhöhte Nickelfreisetzung an.
Kontakt konsequent meiden
Innerhalb der letzten Jahre ist bei vielen Produkten der Nickelgehalt bzw. die Nickelfreisetzung – nicht zuletzt durch die Bestimmungen der EU-Nickelrichtlinie –zurückgegangen. Grundsätzlich ist die Nickelfreisetzung aus Gegenständen und weniger der Nickelgehalt ausschlaggebend dafür, ob allergische Reaktionen ausgelöst werden können. Da eine Nickelallergie nicht heilbar ist und bei einigen Betroffenen schon geringe Mengen ausreichen, um Beschwerden auszulösen, ist die einzige wirkungsvolle Gegenmaßnahme, den Kontakt mit dem Metall konsequent zu vermeiden.
Tipp: Mit einem Nickeltest aus der Apotheke kann getestet werden, ob das eigene Handy Nickel freisetzt. Bevor das Gerät vorschnell „ausrangiert“ wird, können sich besonders Besorgte zumindest vorübergehend auch mit einer Plastikfolie auf dem Handy schützen.
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Autor: Tatiana Schmid
Letzte Änderung am: 18.09.2012

